Hirtenberg

Erstellt am 19. Januar 2017, 15:14

von APA Red

Mithäftling geritzt: Justizwache will mehr Personal. Nach einem Übergriff in der Haftanstalt Hirtenberg (Bezirk Baden), bei dem ein 22-Jähriger einem Mitinsassen (24) Schnittverletzungen am Rücken zugefügt hat (wir berichteten, siehe ganz unten), fordert die Justizwachegewerkschaft mehr Personal.

Symbolbild  |  NOEN, APA

Gewaltakte zwischen Insassen bzw. an Justizwachebeamten nehmen in den Gefängnissen insgesamt zu, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag.

Die Justizwache verzeichnete demnach im Vorjahr mehr als 50 verletzte Mitarbeiter durch tätliche Angriffe von Häftlingen. Ein umfassender Schutz von Insassen und Beamten sei nur mit mehr Personal möglich. Gewalt in den Justizanstalten sei "auf das Schärfste abzulehnen", teilte die Gewerkschaft mit.

"Tat hätte möglicherweise verhindert werden können"

"Aufgabe der Justizwache ist es insbesondere auch, für die Sicherheit der Insassen zu sorgen. Es geht mir sehr nahe, dass derartige Gewaltakte in den Gefängnissen vorkommen und die Justizwache mangels Personal ihrer Aufgabe nicht umfassend nachkommen kann", so Albin Simma, Vorsitzender der Justizwachegewerkschaft in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD). Die erwartbaren Qualitätsstandards seien nur mit mehr Mitarbeitern einzuhalten.

Beim in Hirtenberg verwendeten Tatwerkzeug dürfte es sich um eine Rasierklinge handeln. Die Justizwachegewerkschaft habe in der Vergangenheit auf das Gefahrenpotenzial des sogenannten "Startpaketes" bei der Inhaftierung hingewiesen, wurde betont. Dieses enthalte neben Körperpflegeprodukten auch einen Einweg-Rasierer, der in der Zelle verwahrt werde.

"Die konkrete Tat hätte möglicherweise verhindert werden können, wenn auf die geäußerten Bedenken eingegangen worden wäre", teilte die Justizwachegewerkschaft mit.

Der Vorfall in Hirtenberg hatte sich am 6. Jänner ereignet, das Opfer meldete den Übergriff erst drei Tage später. Die Volksanwaltschaft hat ein amtswegiges Prüfverfahren eingeleitet.