Das war das Jahr 2021 im Bezirk Baden

Erstellt am 29. Dezember 2021 | 05:57
Lesezeit: 15 Min
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Spontaner Jubel im Kaiserhaus, als Tian Xuejun, Vorsitzender der Chinesischen Kommission der UNESCO, die Weltkulturerbe-Entscheidung verkündet.
Foto: Andreas Fussi
Wir lassen die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2021 im Bezirk Baden nochmals Revue passieren.
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Baden ist nun Welterbe-Stadt

Mit einem Jahr Verzögerung wegen der Pandemie ist es am 24. Juli soweit: Das UNESCO Welterbe-Komitee entscheidet in seiner Sitzung in Fuzhou (China), die „Great Spa Towns of Europe“ in die Welterbe-Liste aufzunehmen – und somit auch Baden, das gemeinsam mit zehn weiteren europäischen Kurstädten mit diesem international bedeutsamen Titel ausgezeichnet wird.

Die Sitzung wird im Kaiserhaus live übertragen (Bild oben). Groß ist der Jubel, als die Entscheidung offiziell wird – Bürgermeister Stefan Szirucsek (ÖVP), Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne) und Stadtrat Hans Hornyik (ÖVP), der als Welterbebeauftragter der Stadt seit 2013 an der Einreichung federführend mitwirkt, applaudieren, als ihr Traum Wirklichkeit wird. Am Abend laden sie zur Feier ins Stadttheater-Foyer ein.

„Ab nun wird gearbeitet“, gibt Szirucsek einen Tag darauf das Motto aus. Es gelte nun den im Dezember 2018 im Gemeinderat beschlossenen Managementplan umzusetzen. Dieser sei wie ein Fahrplan und enthalte unter anderem die bereits beschlossene Sanierung der Badener Sommerarena.

Zahlreiche internationale Medien berichten über die Entscheidung der UNESCO, die Great Spa Towns of Europe in die Welterbe-Liste aufzunehmen. „Diesen Schwung müssen wir nutzen, um die Kurstadt weiter zu entwickeln“, gibt Szirucsek die Marschrichtung vor. Er erwarte sich künftig auch mehr Fördermittel des Bundes.

Ende August lädt die Stadtgemeinde in den Kurpark ein, um mit einem flotten Programm den historischen UNESCO-Welterbe-Eintrag zu feiern. An der Spitze der hochkarätigen Gäste gratuliert der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Othmar Karas (ÖVP), herzlich zur Welterbe-Anerkennung.

Mitte Dezember genehmigt der Gemeinderat die Gründung eines Vereines mit dem Namen „The Great Spa Towns of Europe“ (Arbeitstitel) und den Beitritt der Stadtgemeinde Baden dazu.

Neuer Direktor im Casino Baden

Mit 1. Jänner übernimmt Harald Brandstätter die Leitung des Casinos Baden. Er folgt auf den bisherigen Direktor Alexander Frantes, der auf eigenem Wunsch aus dem Unternehmen austritt.

Stadtgartendirektor abberufen

Der Badener Stadtgartendirektor wird Anfang des Jahres am Landesgericht Wr. Neustadt wegen Untreue rechtskräftig zu zehn Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Ende März befasst sich der Gemeinderat mit der Verurteilung und beschließt seine Abberufung. Ihm folgt sein Stellvertreter Andreas Kastinger als interimsmäßiger Leiter der Badener Stadtgärten nach. Als Signal danach tritt die Stadtgemeinde Baden der NGO (Nichtregierungsorganisation, Anm.) „Transparency International Austria“ bei, „um Korruption zu verhindern sowie Transparenz, Verantwortung und Integrität zu fördern“, sagen Stadtchef Stefan Szirucsek (ÖVP) und Vize Helga Krismer (Grüne).

Kurpark-Pavillon in Gefahr

Das historische Park-Café im Badener Kurpark entgeht nach einer Brandstiftung knapp der Flammenhölle. Unbekannte zünden den Müllbehälter dahinter an und zerstören so die Außenwand der Café-Institution. Es war Glück im Unglück. „Mein größter Dank gebührt der aufmerksamen Passantin, die den Brand gesehen und unmittelbar gemeldet hat sowie allen Einsatzkräften, die sofort zur Stelle waren. Minuten später wäre der Schaden irreparabel gewesen, der denkmalgeschützte Pavillon wäre abgebrannt“, sagt Pächter Florian Trahbüchler. Die Brandstiftung bleibt ungeklärt.

Bahnhof wird Schutzzone

Der Bahnhof Baden gilt als Hotspot, vor allem was Delikte wie Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit, Raufereien und Verstöße gegen das Suchtmittelgesetz betrifft. Deshalb verständigt sich das Bezirkspolizeikommando gemeinsam mit dem Stadtpolizeikommando und der Stadtgemeinde darauf, den Bahnhof nach § 36 Sicherheitspolizeigesetz zur Schutzzone erklären zu lassen. Noch vor den Osterferien wird sie von der BH beantragt.

Badener Starmaniacs

Die 64 Kandidaten der ORF-Show „Starmania 21“ stehen fest. Darunter finden sich auch Teilnehmer aus dem Bezirk Baden – Vanessa Dulhofer, 16, aus Möllersdorf und der 15-jährige Trumauer David Paul Mannhart, ein Schüler des BG/BRG Baden Biondekgasse.

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Vanessa Dulhofer.
Foto: ORF/Hans Leitner

Beide schaffen es weit. David scheidet erst im Semifinale aus und Vanessa scheitert knapp im Finale und wird Dritte. Sie avanciert zum Publikumsliebling und veröffentlicht im Juni als Künstlername „NESS“ ihre Debütsingle „Deine Richtung“. Ihr aktueller Song heißt „Schuhe“.

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David Mannhart.
Foto: ORF/Hans Leitner

Energie-Pionier Tattendorf

In Tattendorf ist Österreichs erste „Erneuerbare Energiegemeinschaft“ in Form einer Energiegenossenschaft gegründet worden. Diese will als grünes Start-up die Entwicklung einer emissionsfreien Energieversorgung auf Basis lokaler Wertschöpfung vorantreiben. Hintergrund ist das Erneuerbare Ausbau Gesetz (EAG).

Bürger für Windkraft

In Seibersdorf gründet sich im Sommer, nachdem bekannt wird, dass eine Windparkerweiterung geplant ist, eine Bürgerinitiative. Diese sammelt knapp 300 Unterschriften und erzwingt so eine Volksbefragung. Diese findet am 21. November statt und bringt bei einer Wahlbeteiligung von 50,77 Prozent eine Mehrheit von 60,53 Prozent für die Windkraftbefürworter. Im Ortsteil Seibersdorf stimmt zwar eine Mehrheit gegen das Projekt (142 sind gegen die Erweiterung, 124 dafür), in Deutsch Brodersdorf gibt es mit 333 Stimmen für und 156 Stimmen gegen das Projekt aber eine klare Mehrheit. Jetzt wird, wie im Vorfeld im Gemeinderat beschlossen, das notwendige Umwidmungsverfahren eingeleitet. Ob dann die beiden weiteren Windräder errichtet werden, entscheidet die Umweltverträglichkeitsprüfung.

Badener Dosenbrot fürs Bundesheer

Die Badener Bäckerei Deiser erhält im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung den Zuschlag für die Dosenbrot-Versorgung des österreichischen Bundesheeres. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) besucht die Produktionsstätte in der Haidhofstraße und überzeugt sich persönlich von der hochwertigen Qualität der langlebigen Backware.

Sauerhof wird kurz zur Sommerlounge

Das ehemalige Grand Hotel Sauerhof döst im Dornröschenschlaf, die angekündigten Revitalisierungs- und Umbauarbeiten verschieben sich weiter. Im Sommer darf daher Melkerkellerchef Peter Hönigsberger im Innenhof eine Summerlounge veranstalten, die sehr gut ankommt.

Polit-Erdbeben erschüttert Berndorfer SPÖ

Manuela Henrich, Richard Schrenk und Martin Weissenbäck treten im Februar aus der SPÖ-Fraktion in Berndorf aus und wollen als „wilde“ Mandatare weitermachen. Mitte Mai gründen sie die neue Liste „MUT“ (Mutig – Unabhängig – Transparent). Zuvor schon gibt Kurt Adler seinen Rückzug als Stadtrat bekannt und legt den Parteivorsitz der SPÖ St. Veit-Ödlitz zurück. Der ehemalige SPÖ-Spitzenkandidat bleibt aber Gemeinderat.

Protest gegen Parkkonzept

Kaum ein anderes Thema polarisiert in Baden, wie das neue Parkraumkonzept, das Ende Juni mit den Stimmen von ÖVP und Grünen beschlossen wird. Daran kann auch der Auszug der Opposition bei der Sitzung zuvor nichts ändern. Unternehmer und eine Privatinitiative sammeln Unterschriften dagegen - insgesamt über 8.000. Anfang Oktober organisiert Initiatorin Simone Komoli eine Kundgebung gegen das am 1. September in Kraft getretene Konzept. Aktuell tagt eine interfraktionelle Arbeitsgruppe. Ziel ist ein Neustart des Parkkonzepts im neuen Jahr.

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Foto: Thomas Lenger

Stimmzettel-Affäre Ebreichsdorf: Im Zweifelsfall freigesprochen

Einer ehemaligen Bürgerlisten-Mitarbeiterin (49), die damals Kandidatin für den Gemeinderat in Ebreichsdorf gewesen ist, wird nach der Gemeinderatswahl 2020 vorgeworfen, dass sie nach Wahlschluss 14 ordentlich abgegebene Stimmen aus der Wahlurne entfernt habe und durch andere Stimmzettel ersetzt habe.

Die Frau ist in den Verdacht der Manipulation gekommen, weil sie nach der Wahl selbst angibt, die Stimmzettel in einem Papierkorb auf der Herrentoilette gefunden zu haben. Dort sei sie gewesen, weil die Damentoilette zugesperrt gewesen sei. Über ihren Fund informiert sie die Wahlkommission allerdings erst einen Tag später. Als erste Konsequenz daraus wird die Gemeinderatswahl im Sprengel 7 wiederholt. Das verändert die politischen Verhältnisse in Ebreichsdorf entscheidend, die SPÖ holt die absolute Mehrheit.
Die Causa Stimmzettelfund und ob es sich dabei um Wahlbetrug handelt, beschäftigt das Gericht länger.

Die entscheidende Gerichtsverhandlung findet im Juni am Landesgericht Wiener Neustadt statt. Die Bürgerlisten-Mandatarin bekennt sich als „nicht schuldig“. Die Frau gehört mittlerweile nicht mehr der Bürgerliste an, firmiert im Gemeinderat aber als „wilde“ Gemeinderätin.

Diesmal werden einige Chats und WhatsApp-Verläufe als Beweismittel eingebracht, welche den Schriftverkehr unter den ehemaligen Fraktionskollegen widerspiegeln sollen.
Der Verteidiger stellt den Antrag, neuerlich einen bereits vernommenen Zeugen zu laden sowie ein kriminaltechnisches Gutachten erstellen zu lassen, ob die Wahlkuverts bei der Wahl geschlossen oder unverschlossen sind. Richter und Schöffen lehnen den Antrag der Verteidigung begründet ab.

Der Staatsanwalt sieht die Verdächtige als Einzige, die eine Gelegenheit für den Austausch der Wahlzettel gehabt hätte. Theoretisch sei nur eine „groß angelegte Verschwörung“ durch mehrere Beteiligte eine andere Möglichkeit. Er sieht zwar kein wirklich erklärbares Motiv, jedoch sei der Versuch, die Wahl zu beeinflussen „ein Schlag ins Gesicht“ für die Demokratie und somit ein schweres Verbrechen. Der Verteidiger kontert, seine Mandantin müsste ja „vollkommen belämmert“ sein und er sieht sie als „Opfer der Unfähigkeit des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung“, welches den Fall nicht klären kann.

Das Gericht sieht begründete Zweifel und spricht die Gemeinderätin frei. Unter anderem begründet der Richter den Freispruch mit Turbulenzen bei der Wahl, zurückzuführen auf die Schlampigkeit des Vorsitzenden der Wahlkommission und den durchführenden Wahlhelfern. Die Frau ist immer noch als parteilose Mandatarin im Gemeinderat tätig.

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Bürgermeister Wolfgang Kocevar holt die Absolute.
Foto: Lenger

Energie kann man teilen

Die „Energie Zukunft Niederösterreich GmbH“ firmiert seit Juni in Heiligenkreuz: Vor einem Jahr wird das erneuerbare Ausbau- Gesetz beschlossen, seit diesem Zeitpunkt ist es möglich, dass sich lokale Energiegemeinschaften zusammenschließen und Strom und Wärme lokal produzieren, verbrauchen und teilen. Dabei geht es vor allem um photovoltaisch erzeugten Strom. Der ‚Überschuss-Strom‘ den man nicht selbst verbraucht, wird nicht ins überregionale Netz eingespeist, sondern mit den Mitgliedern in der Energiegemeinschaft geteilt.

Die neu gegründete Gesellschaft mit den Geschäftsführern Andreas Rautner und Roland Matous unterstützt bei der Gründung und der laufenden Administration von Energiegemeinschaften. Ihr Büro hat die „Energie Zukunft“ in der ehemaligen Sparkasse.

Erste Energiegemeinschaften werden in den Städten St. Pölten und Melk gegründet. Im Bezirk Baden ist die EZN derzeit mit drei Energiegemeinschaftsprojekten vertreten, nämlich in Pfaffstätten, Alland und Heiligenkreuz. Im Rahmen von Informationsveranstaltungen Anfang 2022 werden die weiteren Schritte vorgestellt.

10.000 Dokumente für Online-Archiv

Peter Selb, Lokaljournalist im Unruhe-Stand, sammelt 10.000 Dokumente für das Leobersdorfer Online-Ortsarchiv. „Ich frage mich retrospektiv schon, wo das alles hergekommen ist“, staunt Selb über die getane Arbeit als Topothekar für Leobersdorf. In sieben Jahren sammelt er 10.000 zeitgeschichtliche Dokumente über die Marktgemeinde und ihre Bürger und speist sie in die Topothek Leobersdorf ein. Das Online-Ortsarchiv zählt damit zu den größten in ganz Niederösterreich. „Das Gros ist durch Akquisition zustande gekommen“, schildert Selb. Wer Material hat, kann das an topothek@leobersdorf.at mailen.

 


Ortsplanung: Ideen der Bürger gefragt

Das Leobersdorfer Raumordnungsprogramm wird überarbeitet. Gemeinsam mit dem Flächenwidmungsplan liegt es seit Mitte Dezember zur öffentlichen Einsicht auf. Bürger können sich in dieser Zeit ein Bild von geplanten Änderungen machen und schriftlich Stellung nehmen. Nach einer Prüfung des Landes kann der Gemeinderat das Örtliche Entwicklungskonzept und den Flächenwidmungsplan dann beschließen. Dafür ist die Gemeinderatssitzung im März 2022 vorgesehen.

Gemeindeamt mit Zahnarztpraxis

In Günselsdorf geht dem Neubau des Gemeindeamtes ein langer Diskussionsprozess voraus. Der Höhepunkt des politischen Ringens ist eine Volksbefragung im Jahr 2020. Sie fällt pro neuem Gemeindeamt aus. 2021 ist es soweit, die Erste Burgenländische Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft errichtet das neue Gemeindeamt inklusive 16 geförderter Wohnungen und einer Zahnarztpraxis. Die Eröffnung und die Segnung der neuen Räume nimmt Pfarrer Marian Garwol vor. Bürgermeister Alfred Artmäuer, SPÖ, ist froh, dass das neue Gemeindeamt den heutigen Anforderungen entspricht.

Großbrand in ehemaliger Hühnerfarm

Am Gelände einer ehemaligen Hühnerfarm am Ortsrand von Kottingbrunn bricht im Juli ein Brand aus. Insgesamt 14 Feuerwehren mit über 200 Einsatzkräften stehen im Einsatz. Die Rauchsäule ist kilometerweit zu sehen. Das Gelände der ehemaligen Hühnerfarm dürfte von verschiedenen Personen als Lager und auch als „Bastlerwerkstatt“ für Autos genutzt werden. Im Bereich dieser Werkstatt soll der Brand auch ausgebrochen sein. Zumindest vier Personen, darunter ein Feuerwehrmann, verletzen sich und werden ins Krankenhaus gebracht. Gerettet wird auch Hund „Oskar“, der dem Pächter der „Autowerkstatt“ gehört.

Vandale doch noch gefasst

Monatelang werden hochpreisige Autos in Traiskirchen mit anarchistischen Symbolen verunstaltet. Der Sachschaden ist enorm. Der Täter hat Traiskirchner Wurzeln und pendelte zwischen Deutschland und seiner Heimatstadt. 92 beschädigte Pkw gehen in der Zeit von 27. August bis 23. September auf sein Konto. Gefasst wird er schließlich nach akribischen Ermittlungsarbeiten des Bezirkspolizeikommandos Baden gemeinsam mit Beamten der Kriminalgruppe der Polizeiinspektion Traiskirchen und der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität des Landeskriminalamtes NÖ.

Christian Macho bleibt Ortschef

Am 26. Jänner konstituiert sich der Gemeinderat Kottingbrunn nach der Wahlwiederholung Ende September 2020.

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Christian Macho und die ÖVP behalten in Kottingbrunn die Oberhand.
Foto: Erich Wellenhofer

Christian Macho (ÖVP) wird mit 32 von 33 Stimmen wieder zum Bürgermeister gewählt. Die Wahlwiederholung wird nötig, weil die Bürgerliste „Neues Kottingbrunn“ vor dem Verfassungsgerichtshof klagt. Dieser entscheidet für eine Wahlwiederholung, weil Listenführer Wolfgang Muhsger eine Aufforderung der Wahlbehörde, fehlende Angaben im Wahlvorschlag zu ergänzen, nicht nachweislich rechtzeitig zugestellt bekommt.

Macho regiert für die restliche Periode mit einem neuen Stellvertreter. Mit 26 von 29 gültigen Stimmen wird ÖVP-Obmann Peter Szirtes zum Vizebürgermeister gewählt.

Leopold für Daniela Fally

Große Freude bei der Pottensteiner Opernsängerin Daniela Fally: Im Stadttheater Berndorf, wo sie bei Felix Dvorak einst ihre Bühnenanfänge hat, überreichen ihr im November NÖN-Chefredakteur Daniel Lohninger und Kulturchefin Michaela Fleck-Regenfelder im Beisein von Kulturstadträtin Helga Hejduk den NÖN-Leopold in der Kategorie Kultur. Der international gefragte Opernstar, seit Juni mit dem Ehrentitel Kammersängerin ausgezeichnet, freut sich sehr über den Preis.

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Foto: Erich Marschik

Etappensieg gegen Road-Runner

Seit dem ersten Lockdown im März 2020, als Jugendliche Indoor keine Möglichkeit mehr haben, um sich zu treffen, steigt sie wie der Phönix aus der Asche: die Road-Runner-Szene auf der B17. Zu Dutzenden treffen sich Autonarren und Jugendliche bei den beiden Tankstellen, vor allem der Shell-Tankstelle.

Diese liegt unweit der Autobahnauffahrt zur A2 nach Wien entfernt und ist der ideale Ausgangspunkt, um sich ein Katz- und Mausspiel mit der Polizei zu liefern. Die Anrainer stört vor allem der Lärm, der durch quietschende Reifen, laute Musik und absichtlich herbeigeführten Fehlzündungen entsteht. Und auch der Müll, der sich nach den Treffen im Straßengraben fand, regt auf.

Bezirkspolizeikommandant Oberstleutnant Hannes Jantschy betont, „dass es sich dabei nicht nur um ein Phänomen handelt, das den Bezirk Baden oder Traiskirchen alleine betrifft“. Von Wien bis Wr. Neustadt haben sich solche Treffpunkte etabliert.

Allerdings entwickeln sich diese Treffen von Jugendlichen „zu kleinen GTI-Treffen“ weiter. Erst haben sich nur die Jugendlichen getroffen, „dann kamen Leute mit aufgemotzten Autos“, weiß der Bezirkspolizeikommandant.

Via Soziale Medien und WhatsApp-Gruppen ist es für die Teilnehmer leicht, sich zu vernetzen. Doch letztendlich gelingt es der Exekutive in Zusammenarbeit, den Road-Runnern ein Schnippchen zu schlagen.

Der neue Polizeikommandant der Polizeiinspektion Traiskirchen, Kurt Fenz, erläutert: „Das ist dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde und der Firma Shell gelungen. Die Stadt hat im neuralgischen Bereich ein Halte- und Parkverbot erlassen, wer sein Auto trotzdem dort abstellt, dem droht eine Besitzstörungsklage.“

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Kurt Fenz und Bezirkspolizeikommandant Hanns Jantschy.
Foto: Jandrinitsch

Platz vor Schule sicherer

In Pfaffstätten wird der Zubau zur Volksschule rechtzeitig vor Schulbeginn im September abgeschlossen. Bürgermeister Christoph Kainz, ÖVP, betont: „Der nächste Schritt ist die Neugestaltung des Schulvorplatzes und der Schulgasse. Wir haben mit der Erweiterung der Volksschule und zusätzlichen Räumen für den Hort bereits ein wichtiges Projekt umgesetzt. Nun wird mit der Finalisierung der unteren Schulgasse ein weiteres wichtiges Projekt zur Schulwegsicherung umgesetzt.“

Um den Schulweg sicherer zu machen, werden Anpassungen bei der Fahrbahn von der Badener Straße/Heiligenkreuzer Gasse kommend vorgenommen, Poller werden angebracht, welche die Kinder vor Schulbeginn vom Autoverkehr abschirmen. Im Zuge der Platzumgestaltung wird auch das Kriegerdenkmal nach seiner Sanierung nicht mehr vor der Schule aufgestellt, sondern neben die Kirche verlegt.

 


Abt Maximilian feiert

In Heiligenkreuz gibt es für den Abt von Stift Heiligenkreuz Maximilian Heim gleich mehrere Gründe zum Feiern. Am 14. April wird er 60 Jahre alt, seit 2011 ist der aus Kronach in Deutschland stammende Zisterziensermönch auch Abt des Stiftes Heiligenkreuz. Die Gemeinde mit Bürgermeister Franz Winter, ÖVP, überlegt sich ein besonderes Geburtstagsgeschenk.

So wird der Platz vor der Feuerwehr und dem Musikerheim zum „Abt Maximilian Heim Platz“ erklärt. Künstler Christoph Hödlmoser malt ein Aquarell von diesem Platz und überreicht das Gemälde nach einer Festmesse an das geistliche Oberhaupt von Stift Heiligenkreuz. Der Jubilar sagt: „Sie sehen mich völlig überrascht, normalerweise wird erst nach dem Tode einer Person ein Platz oder eine Straße nach dieser benannt, ich fühle mich aber sehr geehrt und muss an dieser Stelle sagen, Heiligenkreuz ist zu meiner wahren Heimat geworden.“ Die Feier dauert noch länger.

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Jubilar Abt Maximilian mit Aquarell von Christoph Hödlmoser.
Foto: Pirkfellner

Chronist wird Ehrenbürger

Professor Werner Richter präsentiert in der zweiten Augustwoche sein neues Buch „Heiligenkreuz im Wienerwald mit seinen Gebäuden und Denkmälern, Fluren und Siedlungen“. Bürgermeister Franz Winter, ÖVP, hat dabei eine besondere Überraschung für Richter parat: Der pensionierte Verwaltungsdirektor und Mitglied der Betriebsführerkonferenz sowie des Vermögensverwaltungsrates des Stiftes wird zum Ehrenbürger der Gemeinde Heiligenkreuz ernannt.

Landesimpfzentrum in Baden

Landesweit werden 20 Impfzentren eingerichtet, jenes für den Bezirk Baden Ende April in der Halle B, betrieben vom Roten Kreuz. Bis 15. August werden im Landesimpfzentrum Baden knapp 80.000 Impfungen verabreicht. Ende März bis 9. Mai betreibt auch die Stadtgemeinde Baden eine Impfstraße in der Sporthalle. Eine weitere große Impfstraße wird in Traiskirchen eingerichtet, betrieben vom Samariterbund. Nach einer Pause über Sommer und Herbst werden die städtischen Impfstraßen gegen Ende des Jahres wieder in Betrieb genommen.

NÖN-Friedhofsgucker startet

Die NÖN Baden startet am 28. April die neue Serie „Der Friedhofsgucker“. Zum Start wird der Doppelmord in Altenmarkt 1974 beleuchtet. In der Reihe wird über Grabstätten, Friedhöfe und Denkmäler aus jüngst und längst vergangenen Tagen berichtet. Vergessene Seelen, Sagen und Mythen kommen genauso vor, wie auch Reportagen mit Personen für die der Tod, Bestattung und das gesellschaftliche Leben am Friedhof zum Alltag gehören.

Aufstand gegen Hühnermast

Ende März regt sich Widerstand gegen eine geplante Hühnermastanstalt mit 39.900 Tieren zwischen Berndorf und Hernstein. Mit einer Unterschriftenliste wehren sich Bewohner, darunter Schauspieler Günter Tolar, gegen den Plan. Befürchtet werden zusätzliche Emissionen sowie Lärm und Abgase durch den Lkw-Verkehr und vor allem, dass der Hühnermist in die Quelle gelangen könnte und so die Trinkwasserversorgung für über 150.000 Einwohner gefährdet sei. Die Betreiberfamilie kündigt an, alle Auflagen einzuhalten.

Brand in der Semperit

Am Dienstag, 21. September, bricht ein Brand im Gewerbepark Traiskirchen in einem Betrieb aus, der Kunststoffblumen erzeugt. Die Rauchsäule ist selbst von der Südautobahn A2 aus noch zu sehen. Das Bezirksfeuerwehrkommando Baden ruft die höchste Alarmstufe 4 aus, mehr als 200 Feuerwehrleute stehen im Einsatz. Die Brandermittlung erweist sich aufgrund von Gebäudeteilen, die einzustürzen drohen, als schwierig. Als Brandursache werden Schweißarbeiten im Keller festgestellt.

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Foto: Thomas Lenger

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