Jane Goodall besuchte Forschungsstation Haidlhof. Die weltbekannte Schimpansenforscherin Jane Goodall besuchte heute, Mittwoch, im Rahmen ihres Österreich-Aufenthaltes die Forschungsstation Haidlhof in Bad Vöslau.

Erstellt am 01. Oktober 2014 (15:35)
NOEN, ROBERT JAEGER (APA)
Die Schimpansenforscherin Jane Goodall in der Forschungsstation Haidlhof
Begleitet wurde sie dabei von Vizekanzler und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner, Landeshauptmann Erwin Pröll, Rektorin Sonja Hammerschmid, Rektor Heinz Engl sowie den Wissenschafterinnen und Wissenschaftern der Forschungsstation.

Durch Arbeit mit Schimpansen menschliches Verhalten besser verstehen

Sie freue sich sehr, „heute hier zu sein und die Forschung hier zu sehen“, sagte Jane Goodall, die mit ihren Entdeckungen zum Schimpansenverhalten das Verständnis von Mensch und Tier revolutionierte, in ihrer Stellungnahme. Sie sei „über viele Jahre in der ganzen Welt unterwegs“ gewesen und habe im Jahr 1960 mit ihren Forschungen begonnen. Die bekannte Wissenschafterin weiters: „Es ist sehr interessant zu sehen, wie die Feldforschung von damals auch Einfluss auf die Forschung am Menschen hatte.“

Durch die Arbeit mit den Schimpansen habe man „auch sehr viel über die menschliche Evolution gelernt“, denn die Forschung an den Menschenaffen habe auch dazu beigetragen, „das menschliche Verhalten besser zu verstehen“, meinte Goodall.

"Große Auszeichnung für NÖ"

Der Besuch der berühmten Wissenschafterin sei „eine große Auszeichnung für das Bundesland Niederösterreich“, betonte Landeshauptmann Pröll im Zuge einer Pressekonferenz in Haidlhof. Das Bundesland Niederösterreich habe in den vergangenen Jahren rund 600 Millionen Euro in die Entwicklung der Forschungsinfrastruktur investiert, so Pröll. Dadurch habe man zum einen eine „Wissenschaftsachse quer durch das Land“ gelegt, die sich von Krems über Tulln und Klosterneuburg bis nach Wiener Neustadt erstrecke.

Der Besuch von Jane Goodall sei eine Bestätigung „für den Weg, den Österreich in der Forschung geht“, sagte Vizekanzler Mitterlehner. Man sei stolz darauf, dass man hier in Haidlhof „hervorragende Top-Leute“ habe, das Ministerium wolle diese „mit entsprechenden Rahmenbedingungen unterstützen“.

„Durch den starken internationalen wissenschaftlichen Austausch wird die österreichische Tradition der Verhaltensforschung am Haidlhof auf hohem Niveau weitergeführt. Zudem ist die Anlage auch ein Beispiel für gelebte Kooperation zwischen Disziplinen und Standorten“, so Mitterlehner.

Hintergrund:

Die Forschungsstation Haidlhof ist das Ergebnis einer erfolgreichen Kooperation zwischen der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Universität Wien. Wissenschafter aus Europa, Amerika, Asien und Australien erforschen am Haidlhof die Intelligenz und das soziale Verhalten von Bergpapageien, Raben und seit kurzem auch jenes von Freilandschweinen.

Die inhaltliche Federführung der Forschungsaktivitäten liegt bei drei anerkannten Biologen. Die interdisziplinären Teams um Ludwig Huber (Vetmeduni Vienna, Messerli Forschungsinstitut), Thomas Bugnyar und ERC-Preisträger Tecumseh Fitch (beide Dept. Kognitionsbiologie, Universität Wien) arbeiten hauptsächlich mit Vögeln wie etwa den neuseeländischen Bergpapageien (Keas) und den heimischen Kolkraben. Den Forschern stehen dafür weitläufige Volieren und ein Bioakustiklabor zur Verfügung. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeit stehen sozio-kognitive Fähigkeiten der Vögel. Die Forscherinnen und Forscher untersuchen dabei, wie die Tiere voneinander lernen, Probleme lösen, wie sie kooperieren und kommunizieren.