Josefsplatz: „Enzis“ mit Cola verunstaltet. Die neuen, blauen Sitzgelegenheiten sorgen immer wieder für Gerede. In der Vorwoche mussten sie gereinigt werden.

Von Sonja Pohl und Stefan Jedlicka. Erstellt am 23. Juni 2014 (08:32)
NOEN, Pohl
Alexandra Degelsegger, Michael Sax, Manu Eitler und Steffi (v.l.). Degelsegger: »Ich finde die Enzis wirklich toll. Sie füllen den Platz mit Leben.« Sax: »Sie sind cool. Ich würde noch mehr aufstellen - und zwar in allen Farben.« Foto: Pohl
Seit April sind fünf sogenannte „Enzis“ Blickfang und Sitzgelegenheit am neu gestalteten Josefsplatz. Dass die blauen Plastikmöbel ebenso polarisieren wie die Wasserdüsen vor der Pestsäule am Hauptplatz, zeigen auch die nicht enden wollenden Diskussionen auf Facebook.

In der vergangenen Woche gingen die Wogen diesbezüglich wieder hoch. Anlass diesmal: Ein Schraubverschluss (die Enzis können mit Wasser befüllt werden) wurde entwendet, Coca Cola verschüttet und Dosen in die Öffnung gestopft. Badens Bauhofchef Rainer Hohl ließ die Möbel daraufhin abtransportieren und mit einem Hochdruckreiniger säubern.

„Bei Veranstaltungen ein großes Plus“

Eventmanagerin Manuela Eitler blickt in die Geschichte der eigenwilligen Freiluftmöbel: „Enzis gibt es in den verschiedensten Ausführungen und Farben. Ihren Ursprung haben sie aber allesamt im Wiener Museumsquartier, aus dem sich im weitesten Sinne auch ihr Name ableitet.“

Denn: Das Möbel Enzi wurde von den Architekten Anna Popelka und Georg Poduschka entwickelt. Die Namensgebung bezieht sich auf Daniela Enzi, die bis 2012 Prokuristin des MuseumsQuartiers war. Zu sehen sind sie außerdem in Madrid, Barcelona und Düsseldorf. 2013 wurden sie von WienTourismus auch im Gorki-Park in Moskau aufgestellt.

Eitler zu den Enzis in Baden: „Die mögen polarisieren, sie kommen aber super an und sind gerade bei Veranstaltungen ein großes Plus, da sie mobil dort aufgestellt werden können, wo sie benötigt werden.“

„Bringen urbanes Feeling in die Stadt“

Die NÖN hörte sich am Josefsplatz nach den Meinungen von Badenern und Gästen um.

Erwartungsgemäß positiv nimmt die Jugend die neuen Möbel auf. Meris Murati, Jakob Klement, Gor Martirosyan und Nikolo Spasojevic sind begeistert: „Wir wissen zwar nicht, wie diese Möbel heißen, aber die sind super zum Chillen.“ Theresa Toth und Denise Kammerhofer aus Bad Vöslau finden: „Die Möbel sind urcool. In Vöslau haben wir nicht so tolle Sitzgelegenheiten. Aus diesem Grund sind wir gern hier.“

Mani Blach und Pia Karlovics: „Die Möbel sind super. Hier hat die Jugend einen Bereich, wo sie sich ohne Konsumationszwang aufhalten kann. Das ist einfach lässig. Das bringt urbanes Feeling in die Stadt.“

Gedanken über die Reinigung machen sich Annemarie und Herbert Blaschke: „Wir kennen diese Möbel aus dem Museumsquartier, fragen uns aber, wer die wohl pflegt? Schade finden wir, dass die Jugendlichen nicht darauf acht geben. Beispielsweise liegt hier eine Zigarette auf der Sitzfläche. Das muss doch nicht sein….“

Unmut im Lokal: „Sie sorgen für Unruhe am Platz“

Durch ihre Teilnahme an einem Projekt im Arnulf Rainer Museum haben Céleste Ferrand und Kathalie Gregoritsch die Enzis kennen gelernt. „Sie sind super, obwohl sie am Platz irgendwie auch Fremdkörper sind“, meinen sie.

Franz und Monika Savanjo kommen als große Operettenfans immer wieder gerne aus Hollabrunn nach Baden. „Die Möbel und auch den geöffneten Mühlbach sehen wir heute zum allerersten Mal“, sind sie begeistert: „Beides gefällt uns sehr gut, obwohl wir uns selber nicht auf die Plastikmöbel setzen würden. Da hätten wir Angst, dass die Kleidung schmutzig wird.“

Weniger begeistert von den Enzis ist man im Lokal „el gaucho“ am Josefsplatz: „Sie sorgen für Unruhe am Platz zumal manche Jugendliche ihren Müll nicht wegräumen.“