Bedeutender Badener Schulmann wird 90. Langjähriger HAK-Direktor Erich Müller feiert 90er. Für die NÖN erinnert sich Altbürgermeister Breiniger an einen Weggefährten.

Von Red. Baden. Erstellt am 04. Februar 2021 (02:33)
Erich Müller bei einem Klassentreffen im Februar 2020.
Surovic

Unglaubliche 90 Jahre wurde am 2. Februar der gebürtige Badener Hofrat Erich Müller, 32 Rekordjahre lang Direktor der Badener Handelsakademie und Handelsschule sowie Vater der 5-Tage-Woche in den Schulen. Seit 1996 im Ruhestand, darf der rührige und hochaktive Schulmann auf ein arbeits- und erfolgreiches Leben zurückblicken.

Am 2. Februar 1931 im ehemaligen Zita-Heim als Leesdorfer geboren, übersiedelte seine Familie 1936 in die Rollettgasse, wo er den Anschluss 1938 als Kind ebenso erlebte wie das Kriegsende und den Russeneinmarsch zum Kriegsende 1945. Er erinnerte sich bei früheren Interviews mit Badener Lokalzeitungen an den Brand der Weilburg, an die Besatzungsmacht im Sanatorium Gutenbrunn und an verlockende Nahrungsmittel in der ebenfalls besetzten Konditorei Ullmann, damals ebenso unerreichbar für uns Badener Kinder wie ein Besuch des Strandbades in den späten Vierzigerjahren.

Als Schüler des Gymnasiums Biondekgasse war er Sportkollege des um zwei Jahre älteren Fred Sinowatz, welcher etwa 30 Jahre später „seine“ neue Handelsakademie in der Mühlgasse 1978 als Unterrichtsminister eröffnen sollte. Im Gymnasium unterrichtet wurde Erich Müller unter anderem auch vom späteren Bürgermeister Viktor Wallner, bei dem er 1949 in Deutsch maturierte und mit dem er später auch sein Lebenswerk, den Schulneubau der HAK und HASCH, bewerkstelligte. Sein bester Klassenkamerad war der spätere Casinodirektor Franz Strebinger.

1953 schließt Erich Müller sein Welthandelsstudium als Diplomkaufmann ab und absolviert auch noch das Fach Wirtschaftspädagogik. 1955 tritt er als junger Lehrer in den Badener Schuldienst ein, zunächst in die Handelsschule, dann auch schon im Rahmen der neu geschaffenen Handelsakademie in der alten Pfarrschule, wo er damals jüngster BHS-Direktor wurde. Der Autor dieser Zeilen würdigte seinen menschlich-modernen Stil im Buch „Baden-unsere kleine Stadt“. Baden verdankt ihm und seiner dynamischen Schulleitung ein unglaubliches Wachstum des berufsbildenden höheren Schulwesens und damit jenes des Lehrkörpers und der Schüleranzahl dieser internationalen Vorzeigeschule der 80er Jahre. 1983 gründete Hofrat Müller die Handelsakademie für Berufstätige und führte in den 90er-Jahren neue Fächer auf dem EDV-Sektor und im Sprachenbereich ein.

Privat war er bis zum Vorjahr seit 1961 mit Gattin Helene verheiratet (2020 verstorben) und ist Vater zweier erfolgreicher Söhne, beide bekannte Mediziner. Lebenslang war er dem Sport verbunden, besonders dem Tennis und dem Fußball.

Auch heute noch beobachtet er konstruktiv kritisch die Vorgänge in seinem geliebten Baden, das ihn zurecht mehrfach ehrte und auszeichnete. Ebenso verdient hat der couragierte Jubilar die hohen Ehrenzeichen der Republik und des Landes Niederösterreich. Auch daran soll mit dieser Laudatio erinnert werden. Ad multos annos, Herr Direktor!