Badens Jugendliche als Politiker

Erstellt am 24. Juli 2017 | 08:20
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Baden Jugendgemeinderat
Foto: privat
Ideen von Schülern wurden im Rahmen des Jugendgemeinderates diskutiert und nun an den Jugendbeirat der Stadt weitergeleitet.
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Neue Freizeiteinrichtungen in der Stadt, günstigere Freibad-Tickets oder die Errichtung von Regendächern bei Bushaltestellen: Mit ganz unterschiedlichen Themen befasste sich der Jugendgemeinderat in diesem Jahr. Schülerinnen und Schüler konnten dabei über verschiedene Projekte beraten und schließlich Anträge einbringen. Über diese wurde dann demokratisch abgestimmt. Insgesamt wurden zwölf Anträge behandelt, wovon sieben angenommen wurden.

Eine Übersicht über die angenommenen Anträge:

Neue Freizeiteinrichtungen

Der Antrag fordert für die Sommermonate, als auch für den Winter mehr attraktive Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche. Angedacht werden unter anderem die Errichtung eines Eislaufplatzes, einer Rutsche in der Römertherme Baden, einer Trampolinhalle oder ein Indoor Fun-Court.

Beschluss

Der Antrag wird mehrheitlich angenommen, der Stadtchef wird beauftragt, die Ideen dem zuständigen Ausschuss vorzulegen, um die finanzielle Machbarkeit zu prüfen.

Öffentliche Grillstellen

Im Antrag heißt es, dass es im Stadtgebiet zu wenig Feuer- und Grillstellen gebe, an denen Jugendliche ihre Freizeit verbringen können. Daher wird die zuständige Fachabteilung beauftragt, drei geeignete Feuerstellen in Baden einzurichten. Grillmaterial müssen die Jugendlichen mitbringen.

Beschluss

Der Antrag wird mehrheitlich angenommen, zur Lösung von Brandschutzfragen soll der Kontakt zu den Jugendgruppen der Feuerwehren durch die Gemeinde hergestellt werden.

Paintballplatz

Mit dem Mannschaftssport Paintball, bei dem Spieler mit Farbkugeln markiert werden, beschäftigte sich ebenso ein Antrag. In Baden und Umgebung gebe es keine Möglichkeit, diesen – bei den Jugendlichen sehr beliebten – Action-Sport auszuüben, geht aus dem Antrag hervor.

Beschluss

Der Antrag wird mehrheitlich angenommen, die Abteilung Wirtschaftsservice wird beauftragt, mit etablierten Paintball-Betreibern Kontakt aufzunehmen und die Idee zu prüfen.

Freibad-Eintrittspreise

Einzelkarten für das Strandband seien eine erhöhte Belastung für Jugendliche, heißt es in dem Antrag. Überdies sei der Ankauf einer Saisonkarte ohne zusätzliche Ausgaben für Kästchen und Kabine nicht möglich, wird weiter erläutert. Einzelkarten für Jugendliche kosten aktuell 4,10 Euro.

Beschluss

Auch dieser Antrag findet mehrheitliche Zustimmung. Der Jugendbeirat wird gebeten, die Tarife, insbesondere für Junge, mit dem Ziel einer möglichen Senkung zu überarbeiten.

Jugend-Filmtage

Aus dem Antrag geht hervor, dass das Filmangebot des Cinema Paradiso Baden nicht ausreichend die Erwartungen und Anforderungen der Jugendlichen in Baden erfülle. Man weiche immer wieder ins nahegelegene UCI aus, um dort ein entsprechendes Angebot an Filmen wahrzunehmen, heißt es.

Beschluss

Der Resolutionsantrag wird angenommen, mit sogenannten „Jugend-Filmtagen“ soll ein zusätzliches Programm für die Badener Jugendlichen geschaffen werden.

Regendächer für Haltestellen

Nicht alle Bushaltestellen sind mit einem Witterungsschutz ausgestattet. „Die damit einhergehenden Kosten sind nicht unbeträchtlich, daher soll in den nächsten Jahren eine weitest gehende Flächendeckung angestrebt werden“, so der Antrag. Zu Stoßzeiten seien die Busse teilweise außerdem überfüllt.

Beschluss

Der Antrag wurde angenommen. Die Stadt wird gebeten, Haltestellen mit Regendächern zu versehen und betreffend Fahrplan an den Verkehrsbund heranzutreten.

Rollschuhbahn

Ein weiterer Antrag befasst sich mit den Freizeitmöglichkeiten in der Stadt für Jugendliche. Vorgeschlagen wird eine Rollschuhbahn mit einer Rollerdisco, die den Jugendlichen einen attraktiven Treffpunkt bieten würde und zu einer aktiven Freizeitgestaltung sicherlich beitragen könnte.

Beschluss

Der Antrag findet Zustimmung. Der Bürgermeister wird beauftragt, die Idee zwecks Umsetzung durch eine Expertengruppe überprüfen zu lassen.

HINTERGRUND

Wie kommt der Jugendgemeinderat zustande? In jeder Klasse der achten Schulstufe finden Demokratie-Workshops statt, bei denen der Aufbau des Staates, das Thema Politik und die Arbeit im Gemeinderat behandelt wird. Im Zuge dieser Workshops findet auch die Wahl der Jugendgemeinderäte statt.

Wie entstehen die Ideen? In jeder Klasse werden zwei Jugendgemeinderäte gewählt. Bis zur Sitzung muss sich jede Klasse auf drei Ideen einigen, wie sie Baden verändern wollen.

Wie läuft die Sitzung ab? Sie findet einmal im Jahr statt und ist für die Teilnehmer einmalig. Wie bei einem „richtigen“ Gemeinderat werden Anträge diskutiert und schließlich abgestimmt. Mit Änderungsanträgen besteht auch noch die Chance, diverse Anträge umzuformulieren. Nun befasst sich der Jugendbeirat (er berät den Ortschef in Jugendangelegenheiten) mit den Vorschlägen.

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