Baden: Land NÖ unterstützt Sanierung der Sommerarena. Die im Eigentum der Stadtgemeinde Baden stehende Sommerarena im Kurpark soll in den nächsten Jahren generalsaniert werden. Die Spielstätte der Bühne Baden wurde 1906 im Jugendstil erbaut und steht unter Denkmalschutz. Die niederösterreichische Landesregierung hat nun eine Gesamtförderung in Höhe von 580.000 Euro für die Jahre 2020 bis 2023 beschlossen.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 29. April 2020 (16:53)
Blick ins Innere der Sommerarena mit der verschiebbaren Glasdachkonstruktion.
Lukas Beck

„Inmitten des wunderschönen Kurparks gelegen, trägt die Sommerarena mit ihrer einmaligen Jugendstilarchitektur zum besonderen Flair der Kurstadt Baden bei. Um diesen Wert auch als Spielort für Theateraufführungen langfristig zu erhalten, wird eine umfassende Sanierung möglich gemacht. Mit dieser denkmalpflegerischen Subvention lösen wir zudem wirtschaftliche Impulse in der Region aus“, erläutert Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), auf deren Initiative die Landesförderung beruht.

Die Maßnahmen

Die Sommerarena soll von bis 2023 generalsaniert werden. Nach Trockenlegungsmaßnahmen sollen alle Fassaden sowie Fenster und Türen saniert und neu gestrichen werden. Die Dachflächen – mit Ausnahme des imposanten Glasdaches über dem Zuschauerraum – und die Verblechungen sollen saniert werden. Im Gebäudeinneren sollen Maler- und Fußbodenarbeiten stattfinden. Weiters sind die Sanierung der Elektro- und Sanitärinstallationen sowie die barrierefreie Erschließung geplant. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. 

Die Sommerarena im Kurpark von Baden wurde 1906 durch Rudolf Krausz erbaut. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude, in dem vorwiegend Operetten im Rahmen des Theatersommers NÖ zur Aufführung gelangen, zählt zu den schönsten Sommertheatern Österreichs.
Bernhard Holub / CC BY-SA

Zum Bauwerk 

Seit dem Jahr 1841 stand auf dem Platz der Arena ein hölzernes Sommertheater-Gebäude ohne Dach. Um nun dieses reparatur- und witterungsanfällige "Theaterchen“ wetterunabhängig zu machen, entschloss sich der Gemeinderat am 7. Dezember 1905, das Projekt des Architekten Rudolf Krausz zu verwirklichen. Die Firma IG Gridl übernahm die Eisenkonstruktionsarbeiten und in der Rekordzeit vom 20. Februar bis zum 15. Juni 1906 wurde der Bau tatsächlich ausgeführt. 

Der zweigeschossige Bau verfügt über einen dreigeschossigen Eingangs-Kassentrakt und durch Rieselputz gegliederte Fassaden. Die Glas-/Stahldachkonstruktion über dem Zuschauerraum kann geöffnet werden und ermöglicht so Vorführungen unter freiem Himmel.

Nach der Sperre während der Zeit des 2. Weltkrieges und den Wirren der Nachkriegszeit wurde die renovierte Arena am 29. Juni 1957 wieder eröffnet und stellt heute noch, mit ihrem, je nach Bedarf sich schließenden oder öffnenden Glasdach, ein Unikat in der Spezies "Freilufttheater“ dar