Gefängnis-Ausbrecher auf Baustelle entdeckt. Kommissar Zufall und die Polizei machten bei einer Baustellenüberprüfung eine brisante Entdeckung: ein 55-jähriger Serbe entpuppte sich als ein Ausbrecher aus der Justizanstalt Hirtenberg.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 24. März 2021 (09:25)
APA/HERBERT PFARRHOFER

Doch nicht verjährt ist ein Gefängnisausbruch vor 25 Jahren aus der Justizanstalt Hirtenberg, wie ein 55-jähriger Serbe jetzt feststellen musste. Bei einer Baustellenüberprüfung wurde er als Schwarzarbeiter aufgegriffen und dabei wurde im Zuge der Identitätsüberprüfung klar, dass seit einem Vierteljahrhundert nach ihm gefahndet wird. Der Mann wurde festgenommen und stand gestern in Wiener Neustadt vor Gericht. Die Anklage: Schwere Sachbeschädigung.

Der 55-jährige gab die Flucht aus der Justizanstalt gleich zu und sagte „damals war ich jung“. „Damals“ saß er mit fast 30 Jahren wegen mehrerer Eigentumsdelikte in Haft und erhielt kurz vor dem Ausbruch eine Absage auf sein Gesuch um bedingte Entlassung. Laut dem Angeklagten haben zwei seiner Mithäftlinge den Ausbruch geplant und er habe sich bei der „Ausreise“ nur „angeschlossen“. Aktiv beteiligt an den Arbeiten an dem Loch in der Zelle an der Außenmauer der Anstalt will er sich nicht haben. 

Die Männer arbeiteten sich mit Schraubenzieher, Messer und einer Eisenstange durch die 55 Zentimeter dicke Mauer und konnten durch ein 40 mal 40 Zentimeter großes Loch flüchten. Laut den Zeugenaussagen der anderen Ausbrecher, vier wurden beim Ausbruch oder knapp danach wieder erwischt, nur der Serbe und ein weiterer Mann konnten fliehen, hat er sich doch an den Ausbruch-Abeiten beteiligt. Vor Gericht sagte der Mann, dass „wir den Fernseher in der Zelle immer besonders laut gedreht haben“, damit der Lärm dem Wachpersonal nicht auffiel. Der Angeklagte wurde nicht rechtskräftig zu drei Monaten Haft verurteilt.