K.O. für Kaufhaus

Erstellt am 04. März 2013 | 00:00
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Web-Artikel 163
Foto: NOEN
Nahversorgung / Am Donnerstag sperrte der letzte Lebensmittel-Laden in Blumau-Neurißhof zu. Nachfolger ist schwer zu finden.
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Von Wolfgang Wallner

BLUMAU-NEURISSHOF / Zehn Jahre lang kämpfte Bürgermeister Gernot Pauer (PUL) um einen Nahversorger. Gerade einmal zwei Jahre hielt sich der „Nah & Frisch“, am Donnerstag schloss das letzte Lebensmittelgeschäft in Neurißhof seine Pforten. Entsprechend enttäuscht reagiert Pauer. Und setzt in der aktuellen Gemeindezeitung zu einem „Rundumschlag“ an.

Der Ortschef wettert gegen „mit Schadenfreude vollgepumpte Idioten“ in der Bevölkerung, der Gemeindeführung die Schuld am Zusperren geben und gegen „viele Leute, die erst beim Abverkauf ihre Liebe zum Markt entdeckt haben.“ Auch die Firmenleitung — in Gestalt des Garser Unternehmens Julius Kiennast — sei nicht schuldlos am Scheitern: „Mehrfach habe ich gegen das unmögliche Verhalten der Filialleitung protestiert, leider ohne Erfolg.“

Nicht nur Kiennast zeigt sich irritiert, auch die Opposition. „In Form und Inhalt ist diese Kritik völlig überzogen, einfach untragbar“, empört sich SP-Gemeinderat Werner Besenbäck. „Der Herr Bürgermeister versucht wieder einmal, mit Benzin Feuer zu löschen.“ Im Hinblick auf die Suche nach einem neuen Ladenbetreiber seien die Vorwürfe „sicher nicht förderlich“.

Er habe nur Fakten wiedergegeben, erklärt Pauer: „Ich hoffe, Kiennast ist nicht bös, aber das sind Tatsachen.“ Das Unternehmen hat sich verpflichtet, auf 20 Jahre das Geschäftslokal zu pachten und zu betreiben. Dieser Vertrag ist weiter aufrecht.

Man bemühe sich nun, wieder einen Nahversorger in den Ort zu bringen, so Pauer: „Leicht wird das nicht.“ Bitter: In wenigen Wochen werden die betreubaren Seniorenwohnungen eröffnet. Ohne Lebensmittel-Laden vor der Haustür…

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