Blumau-Neurißhof: Kirche der Gemeinde geschenkt

Erstellt am 27. April 2022 | 05:25
Lesezeit: 3 Min
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Pater Josef vom Orden der Kalasantiner überreicht Bürgermeister René Klimes die Schlüssel zum ehemaligen Gotteshaus.
Foto: Sonja Pohl
Kalasantinerorden schenkt der Gemeinde Blumau Neurisshof Pfarrkirche.
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Seit 2010 ist das Tor der Kirche der hl. Barbara in Blumau fest verschlossen. Zu diesem Zeitpunkt hat der Orden der Kalasantiner aufgehört, hier Messen zu zelebrieren. Seit dem befindet sich das Gotteshaus im Dornröschenschlaf, die Gläubigen besuchen die Messen in der Pfarrkirche St. Josef.

Bürgermeister René Klimes weiß: „Bis dahin gab es hier ein reges Pfarrleben, das sich im Jahreskreis durch regelmäßige Messen und kirchliche Feiern charakterisierte“. Errichtet wurde das Gotteshaus in der Blumauer Hauptallee 12 sowie das nebenliegende einstige Schulgebäude 1897 vom k & k Kriegsministerium. Am 19. Juni 1898 wurde die Garnisonskirche der heiligen Barbara geweiht, 1912 folgte die Errichtung der Eisernen Kanzel. Schwere Schäden verursachte 1922 die verheerende Explosion der Blumauer Pulverfabrik, bei der 24 Menschen ihr Leben lassen mussten.

1926 übernahm schließlich der Kalasantinerorden das Haus, der hier ab 1939 eine eigene Pfarre etablierte. In den Jahren 1963/64 wurde die Kirche dann umfassend renoviert.

Vor einiger Zeit setzte der für die Immobilien im Kalasantinerorden zuständige Geistliche Pater Josef die Gemeinde von den Verkaufsabsichten des Kirchengebäudes in Kenntnis – „uns war sofort klar, dass wir das denkmalgeschützte Gebäude in den Gemeindebesitz übernehmen wollen“, fasst der Ortschef zusammen. Klimes überzeugte den Geistlichen, dass sich das Haus für Veranstaltungen und Ausstellungen ebenso gut eignen würde wie als Heimatmuseum. Daraufhin fasste die Ordensgemeinschaft den Beschluss, die Kirche der Gemeinde zu schenken.

Kirchengebäude ist in einem sehr guten Zustand

Eine erste Besichtigung ergab, dass sich das Gebäude in bemerkenswert gutem Zustand befindet und auch das in der Kirche verbleibende Inventar einen gewissen – wenn auch ideellen – Wert darstellt. Puristisch und ansprechend der Altar und die ebenso aus weißem Marmor gestaltete Wandvertäfelung der Westseite mit dem Jesuskreuz und den ebenfalls aus Holz geschnitzten Heiligenreliefs. Ein überdimensionales Wandgemälde von Maria Magdalena und die Eiserne Kanzel prägen die Südseite des Kirchenschiffs, parallel dazu erleuchten die großen, beinahe schmucklosen Kirchenfenster das Gotteshaus. Im östlichen Teil des offenen Kirchenschiffs befindet sich der Raum für die inzwischen abgebaute Orgel, die dort verbliebenen Notenständer zeugen vom Wirken des dortigen Kirchenchors.

„Ziel ist, die Kirche einer neuen adäquaten Nutzung zuzuführen und sie wieder zugängig zu machen“, ist sich der Ortschef sicher, dass dieses Ansinnen viele Bürgerinnen und Bürger mittragen werden.

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