Kampf gegen Armut

Erstellt am 04. Juni 2015 | 06:30
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Foto: NOEN, Holzinger.Presse
Immer öfter geraten Mitbürger unverschuldet in finanzielle Schieflage. Nun gründet eine Betroffene eine Selbsthilfegruppe.
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Ursula Bogner ist eine Mutter von vielen, die während der Karenzzeit finanziell weder ein noch aus weiß. Der Vater des kleinen Mädchens verstarb und da die Eltern des Kindes nicht in einem gemeinsamen Haushalt wohnten, wurde von der Behörde das Karenzgeld abgelehnt.

„Ich gebe den Beamten keine Schuld, das System stimmt einfach nicht“, so die verzweifelte Mutter. „Man wird von einem Amt aufs Nächste vertröstet und hin und her geschickt.“ Die Verwandten helfen, so gut es geht, „sind aber selbst auch nicht gerade mit Reichtum gesegnet“, so Bogner.

Die Not wird in allen Schichten größer 

Doch auch andere Schicksale zeigen, dass die Not im Triestingtal immer größer wird. Da gibt es beispielsweise die alleinstehende 46-jährige dreifache Mutter (Name der Redaktion bekannt), die nach einer Krebsoperation vom Arbeitgeber gekündigt wurde und die mit dem Arbeitslosengeld ihre Lebenshaltungskosten nicht mehr bestreiten konnte.

Ohne die Hilfe des Behinderten- und Kriegsopferverbandes wäre die Situation für die Familie äußerst prekär geworden. Doch nicht nur Frauen sind von der „neuen Armut“ betroffen. Viele Männer stehen aufgrund von Scheidungen und Alimentationszahlungen trotz Erwerbstätigkeit oft vor dem finanziellen Ruin, wie ein selbst betroffener Pottensteiner der NÖN berichtet.

Ein weiteres Problem vieler Bewohner des Triestingtales stellt die Verlegung aller Ämter nach Baden dar. So ist für Menschen aus dem oberen Triestingtal, die über kein eigenes Fahrzeug verfügen, die Anreise in die Bezirkshauptstadt eine echte Herausforderung.

Selbsthilfegruppe geplant 

„Ich musste mir unlängst von meiner Tochter das Geld für die Fahrtkosten zum AMS in Baden ausleihen“, so eine Arbeitssuchende (Name der Redaktion bekannt) aus Kaumberg. Bis vor wenigen Jahren befand sich zumindest noch das AMS in Berndorf.

Ursula Bogner möchte nun eine Selbsthilfegruppe ins Leben rufen, in der man einander mit wichtigen Informationen helfen kann. Betroffene können unter „Facebook – Ursula Use Bogner Grinse“ Kontakt aufnehmen.

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