Traiskirchnerin: Freiwilliges Jahr für die Gemeinschaft. Katharina Fontner entschied sich nach der Handelsschule, beim Samariterbund mitzuhelfen und mitzuarbeiten.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 21. März 2020 (06:25)
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Katharina Fontner - Traiskirchnerin: Freiwilliges Jahr für die Gemeinschaft
Notfallsanitäter Michael Hubbauer, Katharina Fontner und Dienststellen-Leiter Franz Stippl.  Foto: JJ
Jandrinitsch

Ihre soziale Kompetenz hat Katharina Fontner schon bei der Freiwilligen Feuerwehr Oeynhausen unter Beweis gestellt.

Sie erzählt: „Ich bin seit meinem zehnten Geburtstag Mitglied bei der FF Oeynhausen. Da habe ich bald bemerkt, dass es mich bei einem Einsatz in einem Unglücksfall immer sehr bewegt hat, was mit den Menschen passiert, die von einem Rettungsdienst abtransportiert werden.“

Keine Sonderbehandlung als Frau

Den Entschluss, nach der Beendigung der Handelsschule in Baden bei den Traiskirchner Samariter für ein Freiwilliges Soziales Jahr einzusteigen, trifft Katharina rasch. Gemeinsam mit den Zivildienern absolvierte sie die Prüfung zur Rettungssanitäterin. Katharina ist die erste Frau, die sich dazu entschieden hat, ein Freiwilliges Soziales Jahr auf der Dienststelle zu absolvieren.

Sonderbehandlung, weil sie eine Frau ist, gibt es dafür aber keine. „Ich trage auch Patienten, soweit das irgendwie möglich ist. Ich drücke mich sicher vor keiner Aufgabe, nur manchmal ist es so, dass ich bei engen und verwinkelten Stiegenhäusern Trageunterstützung anfordern muss.“

Patienten würden allerdings manchmal ungehalten reagieren, wenn sie statt eines „starken Mannes“ von Katharina Fontner mit dem Tragesessel abgeholt werden. Doch Katharina ist eben eine starke Frau, die sich dadurch nicht verunsichern lässt. „Am Anfang habe ich die Rettungseinsätze als sehr stressig empfunden. Mittlerweile habe ich Routine und weiß genau, wie ich eine Situation einschätzen kann und was dabei zu tun ist.“

Selbst die aktuelle Corona-Krise bringt sie nicht aus der Fassung, sondern zeigt, wie wichtig Hygienemaßnahmen sind. Katharina hat sogar ihren Dienst bis Juni verlängert. Und ihr ist klar geworden, dass sie auch hauptberuflich im Rettungswesen weiter tätig bleiben will. Außerdem ist sie ein echtes Vorbild: Ab Juni wird eine weitere starke Frau ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Samariterbund beginnen.