Mayerling-Schwestern brauchen dringend Finanzhilfe. Das Pandemiejahr 2020 hat auch den Karmelitinnen sehr zugesetzt. Ihre Haupteinnahmequelle, der Tourismus, brach weg.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 07. Januar 2021 (05:22)
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Im Klausurgarten: Schwester Regina und Priorin Maria Magdalena.
Elisabeth Fürst

Es klingt paradox, doch gerade die in strenger Klausur lebenden Schwestern vom Karmel Mayerling brauchen Besucherinnen und Besuchern, damit sie ihrer Aufgabe, den Erhalt des historischen Jagdschlosses von Kronprinz Rudolf, nachkommen können. Doch durch die Pandemie fehlen jegliche Einnahmen.

Die Situation ist dramatisch. Die zehn Schwestern im Karmel gerieten im Pandemiejahr 2020 selbst an die Armutsgrenze.

Auch Nachbar Heiligenkreuz setzt sich für Schwestern ein

Aufgrund der Reisewarnungen und der Lockdowns kamen kaum Besucher in das moderne Ausstellungszentrum im ehemaligen Jagdschloss von Kronprinz Rudolf. Dort, wo sonst zahlreiche Gäste in die Welt eines der letzten Habsburger eintauchen und der tragischen Geschichte seines Todes nachspüren, herrschte 2020 gähnende Leere.

Das wiederum ist ein Drama für die Karmelitinnen, die noch heute ihren Auftrag von Kaiser Franz Joseph erfüllen und im Kloster in strenger Klausur für den verstorbenen Thronfolger, seine Geliebte Mary Vetsera und alle unglücklichen Menschen beten.

Im Gegensatz zu anderen Klöstern, die beispielsweise Grundbesitz haben und Land- und Waldwirtschaft betreiben, sind die Schwestern des Karmel Mayerling auf die Einnahmen aus den Ticketverkäufen angewiesen. Dieses Geld benötigen sie nicht nur für das Gehalt der Mitarbeiter am Eingang des Museums, sondern auch, um den Erhalt des historischen Gebäudes sicherzustellen und für ihren Bedarf an Lebensmitteln.

Auch das sich in unmittelbarer Nähe befindliche Stift Heiligenkreuz setzt sich dafür ein, dass die Karmelitinnen eine gesicherte Existenzgrundlage haben. Wie diese erreicht werden kann, ist Gegenstand intensiver Überlegungen, bestätigt auch Pater Paul Chavanne vom Stift.

Priorin Schwester Maria Magdalena erläutert: „Mayerling ist ohne Zweifel eine welthistorische Stätte. Im Erhalt dieser geschichtsträchtigen Mauern sind wir Karmelitinnen ganz auf uns gestellt. Wir tragen die ganze Last der Restaurierung und sorgen dafür, dass dieser Ort eine geistliche Gedächtnisstätte bleibt – dem Wunsch und Willen von Kaiser Franz Joseph I. entsprechend.“