Bezirk Baden: Kindergarten-Erweiterung wird begrüßt

Erstellt am 04. Oktober 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
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In Leobersdorf wurde der Kindergarten bereits ausgebaut. 1,7 Millionen Euro kostete das Projekt.
Foto: Marktgemeinde Leobersdorf
Schon Zweijährige sollen künftig fix einen Platz bekommen. Im Bezirk Baden findet dieses Vorhaben grundsätzlich Anklang.
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Die Senkung des Kindergartenalters auf zwei Jahre, flächendeckende Nachmittagsbetreuung und ein kostenloses Vormittagsbetreuungsangebot schon für 0- bis 2-Jährige: Das sind die wesentlichen Punkte der Kinderbetreuungsreform, die im November beschlossen und bis 2027 in Niederösterreich umgesetzt werden soll. Auf die Gemeinden kommt dadurch eine Menge Arbeit zu: Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) rechnet damit, dass für die Erweiterung des Angebots niederösterreichweit 850 neue Gruppen in Kindergärten und Krippen benötigt werden.

„Grundsätzlich begrüße ich die längst fällige Entscheidung des Landes NÖ, endlich die Lücke zwischen Karenz und Kindergartenstart von 2,5 auf 2 Jahre zu schließen.“
Bürgermeister Wolfgang Kocevar

In Ebreichsdorf etwa rechnet Bürgermeister Wolfgang Kocevar (SPÖ) damit, dass fünf neue Kindergartengruppen benötigt werden. Langfristig gesehen müsse man gar neue Standorte eröffnen. „Grundsätzlich begrüße ich die längst fällige Entscheidung des Landes NÖ, endlich die Lücke zwischen Karenz und Kindergartenstart von 2,5 auf 2 Jahre zu schließen. Eine langjährige Forderung der SPÖ wird damit endlich umgesetzt“, so Kocevar. Man rechne mit etwa 100 weiteren Kindergartenkindern.

Platztechnisch müsse man in Pfaffstätten wohl nicht nachrüsten, wie Amtsleiter Reinhard Henschl meint. „Prinzipiell ist Pfaffstätten auf die Situation gut vorbereitet. Uns stehen 7 Kindergartengruppen zur Verfügung. Zusätzlich wurden 2017 eigene Räumlichkeiten für eine zweigruppige Kinderkrippe für 1- bis 2 1/2-Jährige neu errichtet. Eine Einrichtung, die mit ausreichenden und hoch qualifizierten Pädagoginnen im Gemeindepersonalstand geführt wird und nicht voll ausgelastet ist“, sagt Henschl. Ob die angedachten Zuschüsse des Landes allerdings die Kosten dieser Einrichtung decken werden, sei noch nicht absehbar. Zu befürchten sei aber, dass auf die Gemeinde Mehrkosten zukämen. Ansonsten sei der gesetzte Schritt familienpolitisch eine gute Entscheidung.

Dem schließt sich auch die Stadtgemeinde Bad Vöslau an. „Die Reduktion der Kinderhöchstzahl (eine Gruppe wird von 25 auf 22 Kinder reduziert, Anm.) ist aus pädagogischer Sicht grundsätzlich zu begrüßen, allerdings stellt dies einige Gemeinden vor Probleme. Die Stadtgemeinde Bad Vöslau verfügt über fünf Kindergärten mit insgesamt 19 Gruppen, welche alle schon jetzt ausreichend ausgelastet sind“, heißt es in einer Stellungnahme.

Weiterer Standort in Kottingbrunn benötigt

Die drohende Mehrbelastung aufgrund erforderlicher Erweiterungen der entsprechenden Infrastruktur, um neue Gruppen zu eröffnen, sei wegen der noch immer nicht überstandenen Corona-Krise, der vorherrschenden hohen Energiekosten und der steigenden Zinsen für Kredite nicht tragbar, solange seitens des Landesgesetzgebers kein vollständiger Ausgleich geboten werde.

Für Christian Macho (ÖVP), den Bürgermeister von Kottingbrunn, steht bereits fest, dass es in seiner Gemeinde einen zusätzlichen Kindergartenstandort brauchen werde. „Wir werden einen weiteren in Kottingbrunn errichten. Derzeit gehen wir von einem neuen, vier- bis fünfgruppigen Kindergarten aus, um für die Zukunft gerüstet zu sein. In der Kleinkinderbetreuung (Krabbelstube) sollen ebenso ein bis zwei zusätzliche Gruppen geschaffen werden“, erklärt Ortschef Macho.

Durch die Senkung des Eintrittsalters im Kindergarten auf zwei Jahre wird die Lücke zum maximalen Ende der Karenz geschlossen. Macho denke, dass dies eine wirkungsvolle Unterstützung für viele Familien darstelle.

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