Mit Axt gegen Schwager geschlagen. 52-Jähriger gab an, dass er in Notwehr gehandelt hätte. Er fasste ein Jahr bedingt aus, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 08. November 2017 (17:59)
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NOEN, Symbolbild

Laut Strafantrag der Staatsanwaltschaft schlug in der Wienerwaldgemeinde ein 52-jähriger Wiener am 18. Juni seinem Bruder mit der flachen Seite einer Axt auf den Kopf und fügte ihm dabei eine Schädelprellung, eine zehn Zentimeter lange Riss-Quetschwunde und eine Gehirneinblutung zu. Laut Privatbeteiligtenvertreter befand sich das Opfer zehn Tage lang im Spital und leidet heute noch unter Schmerzen durch die Narbenbildung. Er verlangt daher 4.000 Euro Schmerzensgeld.

Axtschwinger sieht sich unschuldig

Der Angeklagte bekannte sich „nicht schuldig“ und gab an, dass sein Schwager Alkoholiker sei. Er selbst sei erst vor etwa einem Jahr bei seiner Schwester eingezogen und habe sich das Dachgeschoss ausgebaut. Mit dem Schwager habe es schon zuvor mehrere Auseinandersetzungen gegeben, wenn dieser betrunken gewesen sei und dieser sei einmal auch mit einem Messer auf ihn losgegangen.

„Am 18. Juni haben mir die beiden die Katzenkisten versteckt und ich ging hinunter, um sie zurückzuverlangen. Die Axt hatte ich mit, weil er mich schon öfter angegriffen hatte, aber das war wohl ein Fehler.“

Der Schwager hätte den Streit mit der Schwester gehört, hätte das Messer geholt und ihn damit angegriffen. „Ich wollte ihn so wenig wie möglich verletzen und habe ihm nur einen Schlag gegen den Kopf gegeben. Er ging zu Boden, ich hab ihm das Messer entwunden, es gemeinsam mit der Axt in eine Ecke geworfen und meiner Schwester gesagt, sie solle die Rettung rufen.“

Das Gericht konnte der Notwehr-Verteidigung nicht so recht folgen und verurteilte den bislang unbescholtenen Mann zu 12 Monaten bedingter Haft.