Keller wird Kulturtreff. Verein für Denkmalpflege erwarb ehemaligen Stiftkeller und nützt ihn nun als Museumsdepot für historische Kleinode.

Von Elfi Holzinger. Erstellt am 03. März 2019 (04:35)
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Begehung durch Thomas Aigner, Andreas Bartl und Franz Schuh.

Weil das Gebäude des ehemaligen Stiftweinkellers, der zuletzt als Garage und Werkstatt gedient hatte, erworben werden konnte, bewältigte der Verein „Mariazell im Wienerwald – Verein für Kultur und Denkmalpflege im oberen Triestingtal“ einen Meilenstein in den Bemühungen, die Gesamtheit des vorhandenen Kultur- und Naturerbes der Region für künftige Generationen zu bewahren.

„Vor mehr als 20 Jahren wurden bei Ausgrabungen in der Basilika historische Funde, wie ein Abt-Stab aus dem 12. Jahrhundert, geborgen, die derzeit nicht fachgerecht gelagert werden. Dies trifft auch auf Bücher, Bilder und Archive zu. Daher wird das Haus seine erste Nutzung als Museumsdepot für unsere archäologischen Artefakte erhalten“, so Thomas Aigner, der Direktor des Diözesanarchives St. Pölten und gleichzeitig Präsident des Vereines.

Derzeit wird an Ideen gebastelt, welchen weiteren Nutzungen die Gewölbe, der große hallenartige Vorraum und das restliche Gebäude zugeführt werden können. „Bis jetzt konnten wir acht Stiftkeller-Apostel gewinnen, die durch eine jährliche einmalige Zahlung einen großen Anteil an den Erwerbskosten tragen. Sollten wir noch vier Mäzene finden, so wäre die Finanzierung weitgehend gesichert“, sagt der geschäftsführende Obmann Martin Schindelar, der Aigner in seinen Bemühungen maßgeblich unterstützt.

Der Verein hat noch zahlreiche andere Pläne im Köcher, wie etwa die Errichtung eines Klosterladens sowie eines Museums. Das kulturelle Erbe von Klein-Mariazell bietet jedenfalls umfangreiche Möglichkeiten, um sie in kulturhistorischer Hinsicht einer breiteren Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen.

Das Jahr 2019 wird der Verein vor allem gemeinsamen Aktivitäten mit den Kooperationspartnern Stift Melk und dem „Königinhof“ in Tschechien zum 300. Geburtstag des Malers Johann Wenzel Bergl widmen, der die Fresken in der Basilika geschaffen hatte und Lieblingsmaler von Kaiserin Maria Theresia war.