Kleingärtner bangen um ihre Grünoasen. Anrainer wehren sich gegen Bauprojekt, fürchten um ihre Gärten. Unterstützung kommt von Bürgermeister Kieslich.

Von Philipp Kienzl. Erstellt am 16. Juni 2014 (09:39)
Erika und Heinrich Zirrer mit Enkerl Sophie und Melina. Foto: Kienzl
NOEN, Kienzl
Es ist eine Oase hinter dem Gemeindebau in der Wiener-Neustädter-Straße. Mieter Heinrich Zirrer lebt hier seit 1963. Nur wenige Meter neben dem Haus befindet sich sein Schrebergarten. Die Enkerl Melina und Sophie plantschen im Pool. Ein Bauprojekt bedroht nun die Idylle für Zirrer und 16 weitere Gartler. „Das wäre eine Katastrophe“, sagt er.

Grund für seine Sorge ist das angedachte Projekt für „Junges Wohnen“. Bis zu 29 Wohnungen für junge Menschen könnten hier entstehen. Neben der günstigen Lage steht die Fläche im Eigentum der Marktgemeinde. Die Gärtner wollen ihre Oasen aber um jeden Preis halten.

„Es geht dabei um unsere Lebensqualität“

Anrainer Johann Lichtenegger sammelte binnen kurzer Zeit 67 Unterschriften gegen das Projekt. „Es geht um unsere Lebensqualität“, schildert er. Rückendeckung gibt es von Bürgermeister Andreas Kieslich und Gemeinderat Ernst Nemec (beide SPÖ). „Wir sind für Junges Wohnen, aber nicht gegen den Willen der Menschen.“

Eingebracht wurde die Idee von Vizebürgermeister Klaus Windbüchler (FPÖ) und der ÖVP. „Die Gärten sollen bestehen bleiben. Es ist aber auch klar, dass das Thema Junges Wohnen nicht ständig auf die lange Bank geschoben werden kann“, sagt Windbüchler. Er will die anderen Fraktionen im Gemeinderat zu einem gemeinsamen Schulterschluss bewegen. Nächste Sitzung: Am 24. Juni.