Gewalt an Frauen geht uns alle an

Erstellt am 05. November 2019 | 03:03
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Über Gewalt als Phänomen in der Gesellschaft.

Schaue ich hin, wie es meiner Nachbarin geht? Fällt es mir auf, wenn sich etwas in ihrem Verhalten verändert, oder bin ich froh, dass ich mit gewissen Leuten nichts zu tun habe? Und wenn ich merke, dass etwas nicht stimmt, bin ich dann bereit, gegebenenfalls auch die Polizei zu informieren, wenn jemand Hilfe braucht?

Diese Fragen stelle ich mir oft, seit vor einer Woche wieder ein Frauenmord, diesmal in Kottingbrunn, geschehen ist. „Gewalt an Frauen ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen“ hat die Leiterin einer Frauenberatungsstelle zu mir gesagt. So lange die gesamte Gesellschaft nicht bereit ist, genauer hinzuschauen, Hilfsangebote öffentlich zu machen und zu signalisieren, dass es kein Kavaliersdelikt ist, eine Frau zu schlagen, wird sich hier nicht viel ändern. Denn nur erschüttert sein, wenn wieder etwas passiert ist, ist einfach zu wenig. Wir müssen alle Verantwortung übernehmen, damit es keine Kultur des Wegschauens und unter den Teppich kehren mehr gibt.