Andere Sicht auf die „Krise“. Stefan Jedlicka über das Buch von Lagerleiter Schabhüttl aus Traiskirchen.

Von Stefan Jedlicka. Erstellt am 28. März 2017 (05:00)

Da hat sich einer seinen Frust von der Seele geschrieben. In seinem Buch über das „Lager“ in Traiskirchen und den großen Flüchtlingsansturm verarbeitet Franz Schabhüttl all das, was er bei mehreren Presseterminen vor Ort schon während des Ausnahmezustandes immer wieder hervorgehoben hatte. Und sichtlich auch manches, was er damals nicht sagen durfte.

Was den langjährigen Leiter der Erstaufnahmestelle immer besonders gestört hat, war die politische Instrumentalisierung des Themas durch Links und Rechts. Dass dabei auch einige Hilfsorganisationen gar nicht gut wegkommen, sorgt jetzt für Aufsehen.

Dabei gab es diese Kritik auch schon im Sommer 2015. Dass Schabhüttl diese Themen jetzt noch einmal zum öffentlichen Streitthema macht, war nicht nötig. Das polarisiert, ohne Probleme zu lösen. Er lässt sich politisch in kein Eck drängen und er lässt sich keinen Maulkorb verpassen. In Ordnung. Aber keine ehrenamtlich im Dienste der Mitmenschen geleistete Sekunde sollte schlecht gemacht werden. Auch wenn das Ergebnis nicht immer fehlerfrei gewesen sein mag.