Ausschau nach wahrem Feind. Über die Vorzeichen der Regionalliga-Saison

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 19. August 2020 (01:45)

Engagierte Ansätze waren da. Einer Lösung mit 16 Vereinen in der Regionalliga war man aber nie wirklich nahe. Am Montag setzten sich vier Vertreter aus dem Klassenausschuss und die Spitzen der Landesverbände an einen Tisch, diskutierten verschiedene Varianten. Warum es für diesen Schritt zwölf Tage brauchte – so lange war das Aus des SV Mattersburg besiegelt – wundert. Eine rasche Entscheidung wäre in dieser Angelegenheit wichtig gewesen.

Das es solange dauerte, zeigt, dass der Regionaliga die Lobby fehlt. Auf der einen Seite steht die Bundesliga mit dem Profifußball, auf der anderen Seite die Landesverbände mit dem Unterhaus und irgendwo dazwischen die Regionalliga. Wer vertritt die Interessen der dritten Liga? Eine Frage, die im Laufe der Saison 2020/21 debattiert und geklärt gehört.

Und da sind wir beim Punkt: Dass die Saison in Zeiten von Corona überhaupt beginnen kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Eine 13er-Liga mit Play-off-System – das dürfte es am Ende des Tages wohl werden – ist keine ideale Lösung, aber es ist eine Lösung. Die Saison wird ohnehin chaotisch werden. Das zeigen die ersten Coronafälle beim FC Marchfeld und dem Team Wiener Linien. Und das zeigt wiederum: Der wahre Feind ist nicht der Verband, die Vereine oder sonst irgendwer, sondern das Virus.