Fall klären – aber in Ruhe. Stefan Jedlicka über Vorbild und Folgewirkungen.

Von Stefan Jedlicka. Erstellt am 31. Januar 2017 (05:00)

Was ist tatsächlich passiert an diesem Traiskirchner Bahnübergang am vergangenen Mittwoch? Hat eine Lehrerin ihre 21 Schüler trotz Rotlichts über die Geleise geführt, wie ein Triebfahrzeugführer beobachtet
haben will? Die Pädagogin bestreitet den Vorwurf. Eine genaue Klärung des Falles ist enorm wichtig.

Nicht, um eine Hexenjagd zu starten. Keinem der Kinder ist etwas passiert. Hier geht es aber auch nicht nur um den konkreten Anlass, sondern auch um die möglichen Folgewirkungen. Eine Lehrerin ist durch ihr Verhalten immer auch Vorbild für Kinder. Sollte den Schülern in diesem Fall also tatsächlich das Gefühl vermittelt worden sein, das Überqueren von Bahnübergängen sei auch bei Rotlicht kein Problem, solange noch kein Zug zu sehen ist, wird der eine oder andere diesen Eindruck mit nach Hause nehmen.

Sich beim nächsten Mal vielleicht selbst in Gefahr bringen oder früher oder später seinerseits als falsches Vorbild weiteren Schaden anrichten.

Das gilt es zu verhindern. Nicht mehr. Also: Die Wahrheit ans Licht bringen, aber in aller Ruhe und Sachlichkeit.