Gegen das Vergessen. Über gelebte Toleranz.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 18. November 2020 (03:45)

Der Holocaust hat das Leben der 1938 geborenen Eveline Elisabeth März, Wahl-Badenerin seit ihrem 60. Lebensjahr, als jüdische Mitbürgerin dramatisch beeinflusst.

Traumatische Erfahrungen sind damit verbunden, wie die Flucht mithilfe eines Rot-Kreuz-Zuges hinaus aus Österreich, bis sie schließlich als knapp Dreijährige erstmals ihren Vater kennenlernen durfte. Aber wie sich davon befreien, wie einer Generation von Ereignissen berichten, wenn es keine Zeitzeugen mehr gibt? März hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte eines Grundstücks aufzuarbeiten, auf dem heute die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik situiert ist. Das akribische wissenschaftliche Aufarbeiten von Sünden, die sich bis in die Gegenwart ziehen, hilft ihr, ihre eigenen Erfahrungen zu verarbeiten. Das ist das einzig wirksame Mittel, um ein Vermächtnis für die jüngere Generation zu schaffen, um ein Andenken zu bewahren und um tatsächlich niemals zu vergessen.