Identität als Drahtseilakt

Erstellt am 09. September 2020 | 00:23
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Über den Namenswechsel der Vöslauer Handballer.

Der Bad Vöslauer Handballclub will trendiger werden und verpasste sich deshalb einen Jaguar. Als Jags werden die Mannschaften der Thermalstädter zukünftig durch die Handballhallen des Landes jagen.

Der Schritt ist freilich gewagt. 75 Jahre war der Vöslauer HC im heimischen Handballl eine Hausmarke. Auf diese Tradition will der Verein aber nicht verzichten, das betont Präsidentin Sandra Barta ausdrücklich. Das wäre auch fatal. Der Verein ist historisch gewachsen und ohne seine Wurzeln wird das zarte Pflänzchen der Moderne bald verwelken. Dennoch entschieden Barta und Co., dass frische Luft in die Thermenhalle muss. Die Namensfindung erfolgte demokratisch und über Monate – zuerst wurden Vorschläge eingebracht, dann durften die Vereinsmitglieder unter den besten vier aussuchen.

Geworden sind es die Jaguare. Demokratisch gewählt, okay. Dennoch ist die Verbindung zum Raubtier nicht ganz schlüssig. Der Jaguar ist kein heimisches Tier, weist auch keine handballspezifischen Merkmale auf. Fürs Erste gilt: Hungrig ist er, der Jaguar und hungrig sind auch die Vöslauer Handballer – auf sportlichen Erfolg. Auf Dauer braucht es noch eine Profilschärfung, damit der Jaguar auch Beute anlockt – in Form von Sponsoren und Zusehern.