Lehren aus der Tragödie ziehen. Andreas Fussi über das gesteigerte Interesse an dem Badener Suizid-Fall.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 28. November 2017 (05:40)

Der tragische Selbstmord des elfjährigen Flüchtlingsbuben in Baden ist nun österreichweit in den Schlagzeilen. Eigentlich ist es Usus, dass Medien über Suizide, noch dazu von Kindern, nicht berichten. Doch immer neuere Entwicklungen und die schwierige Situation vieler Asylwerber im Land, haben zu einem gesteigerten Interesse der Medien an dem Fall gesorgt.

Schnell sind auch Vorwürfe und Schuldzuweisungen aufgekommen. Den Verdachtsfällen ist nachzugehen, aber eine Hetzjagd gegen die Behörden in Baden zu betreiben, erweckt den verstorbenen Buben nicht mehr zum Leben. Es darf kein politisches Kleingeld gewechselt werden. Zu verurteilen ist auch, wenn Journalisten nicht verantwortungsvoll mit dem hochsensiblen Thema umgehen und etwa unangemeldet in die Flüchtlingsunterkunft kommen.

Der tragische Fall hat nun dazu geführt, dass die Obsorge-Situation von minderjährigen Asylwerbern, die ohne Eltern ins Land kommen, überprüft wird. Das ist ein notwendiger und richtiger Schritt, der dazu beitragen sollte, dass sich so ein Drama nie mehr wiederholt.