Nicht im Sinne des Handballs. Über die harte Strafe für Augustas Strazdas.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 18. Februar 2020 (01:19)

An Bad Vöslaus Augustas Strazdas wurde ein Exempel statuiert. Der 37-jährige Handballer wird nach einer Insultierung bis 31. Dezember 2021 gesperrt, knapp 23 Monate also. Was Strazdas gemacht hat – er attackierte im NÖ-Derby gegen Hollabrunn seinen Gegenspieler mit der Faust – ist verwerflich und gehört hart bestraft. Strazdas muss etwaige zivilrechtliche Konsequenzen auch tragen.

Doch zwischen hart und hart ist ein Unterschied. Strazdas bis Saisonende (acht Spiele) zu sperren, hätte in diesem Fall völlig ausgereicht. Der frühere Nationalspieler bestritt seine lange Karriere redlich. Bis zu jenem Faustschlag am vergangenen Wochenende. Die drakonische Strafe ist einem Karriereende gleichzusetzen. Ein Ende, dass sich Strazdas trotz allem nicht verdient hat.

Den Schaden, den sich der Routinier mit diesem Black-out antat, ist viel größer als der Schaden, dem er den Sport damit zufügte. Diese Verfehlung wird ewig an seiner Karriere haften. Der Routinier hätte es sich verdient in der Saison 2020/21 sportliche Schlagzeilen zu schreiben. Immerhin hat Strazdas jahrzehntelang Positives für die Entwicklung des Sports geleistet. Er stand rund 30 Jahre am Feld, engagiert sich neben seinem Brotberuf nun als (Spieler-)trainer. Diese Tatsachen lässt das Urteil leider außen vor.