Verband schießt über Ziel hinaus. Über zu viele „Täter“ nach einem fingierten Jugendspiel.

Von Alexander Wastl. Erstellt am 29. Oktober 2019 (01:36)

Ein U10-Team kann einen Spieltermin nicht wahrnehmen, bittet um Verschiebung. Der Gegner will dem nachkommen, letztlich findet man aber keinen Termin und so entschließen sich beide Trainer, das Spiel einfach formal abzuschließen, obwohl es nie stattgefunden hat.

So geschehen zwischen Matzendorf und Pfaffstätten – mit schweren Folgen. Beide Trainer wie auch die jeweiligen Jugendleiter fassten mehrmonatige Sperren aus. Während die Sperre der Trainer nachvollziehbar ist – schließlich handelt es sich hier um bewusste Täuschung – geht jene der Jugendleiter zu weit. Die wussten nämlich von gar nichts und werden offenbar nur deshalb belangt, weil sie als Jugendleiter mitverantwortlich sind. So sieht es zumindest der Verband.

Das ist schon etwas kurios. Dass jeder „Vorgesetzte“ immer über jeden Handgriff seiner „Mitarbeiter“ Bescheid weiß, ist vielleicht ein Wunschdenken, entspricht aber weder in Betrieben mit Bezahlung und noch weniger in ehrenamtlich geführten Vereinen der Realität. Entweder, der Verband weiß mehr – äußern wollte sich der Kontrollausschuss nicht – oder, es herrscht hier pure Straflust.

Beim Verband spricht man immer wieder von einer Funktionärskrise. In solchen Fällen muss man sich fragen, ob diese nicht auch hausgemacht ist.