Wort hat nur wenig Gewicht. Alexandr Wastl über Unsitten im Verhandlungspoker.

Von Alexander Wastl. Erstellt am 19. Dezember 2017 (05:41)

Bei geplanten Neuzugängen lassen sich die Trainer immer weniger in die Karten blicken. „Erst wenn die Tinte trocken ist“, so eine häufige Antwort, wenn Redakteure sich nach Namen von potenziellen Transfers erkundigen.

Unnötige Geheimniskrämerei könnte man meinen. Doch die Verantwortlichen haben eben ihre Gründe – wie aktuell der Fall Beier beweist. Der war eigentlich schon als fixer Neuzugang vom SC Schönau verkündet worden, wechselt nun aber ausgerechnet zum Titelkonkurrenten Nummer eins.
Für Schönau ein bitterer Rückschlag, was die Transferpolitik betrifft. Und natürlich auch eine ordentliche Schmach, wenn sich ein Wunschspieler trotz Zusage dann doch lieber für den direkten Konkurrenten im Titelkampf entscheidet.

Schönaus Sportchef Mario Lasinger nahm es zwar gelassen, in Zukunft wird aber wohl auch er etwas vorsichtiger sein, wenn es darum geht, (potenzielle) Neuzugänge zu verkünden.
Dass sich die Spieler bei den Verhandlungen alle Optionen offen halten, ist ihr gutes Recht. Wenn aber einmal eine mündliche Zusage erfolgt ist, sollte diese auch eingehalten werden. Leider hat das Wort im Fußball aber immer seltener Gewicht. Kommt ein anderer Verein mit etwas besseren Modalitäten, ist die Zusage schnell vergessen.