Erstellt am 10. Januar 2017, 03:09

von Stefan Jedlicka

Breite Basis für wichtiges Projekt. Stefan Jedlicka über Badens Bewerbung als Weltkulturerbe.

Fluch oder Segen? Was würde das UNESCO-Gütesiegel „Weltkulturerbe“ für Baden bedeuten? Die Wahrheit liegt hier nicht, wie so oft, in der Mitte. Die Antwort hängt vielmehr vom Standpunkt ab. Für die Stadtgemeinde und für Tourismusbetriebe wäre die Aufnahme Badens sicher kein Nachteil.

Vor allem in Asien, aber auch in Nordamerika sind „Weltkulturerbe“-Destinationen heiß begehrt. Schon allein der Name könnte neue Gäste bringen. Der Stadt winken außerdem Investitionen des Landes. Weniger verlockend sind die Aussichten für Investoren und auch für private Bauherren, dass möglicherweise zusätzliche Hürden bei Projekten drohen könnten. Beispiele aus Wien zeigen das. Dort gibt es die bereits strengen Badener Schutzzonen allerdings auch noch nicht.

Die Bedenken der Grünen sind grundsätzlich nachvollziehbar. Auch wenn sie in Baden vor allem vom Gefühl angetrieben werden, dass der Koalitionspartner ÖVP den Weltkulturerbe-Prozess alleine durchzieht. Sonst wäre die Kritik wohl auch nicht so offen ausgefallen. Für eine Koalitionskrise wird der grüne Vorstoß nicht reichen. Aber vielleicht für einen Impuls, den Prozess breit aufzustellen. Auch eine Volksbefragung
wäre hier eventuell sinnvoll.