Baden: Musikwelt trauert um Ferdinand Weiss

Erstellt am 08. April 2022 | 15:32
Lesezeit: 3 Min
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Ferdinand Weiss (* 6. Juni 1933 in Wien; † 27. März 2022) war ein österreichischer Komponist, Dirigent und Musikpädagoge. 1967 bis 1975 unterrichtete er an einer Wiener sowie an der Schwechater Musikschule Musiktheorie und Flöte sowie von 1970 bis 1998 an der Pädagogischen Akademie in Baden. Außerdem wirkte er von 1970 bis 1973 als Chorleiter in Mödling sowie von 1972 bis 1997 als Leiter der Arbeitsgemeinschaft Niederösterreichischer Komponisten.
Foto: Hannes Reisinger, 2016
Die Musikwelt trauert um die musikalische Persönlichkeit Ferdinand Weiss. Der weltbekannte Badener Komponist ist am 27. März im 89. Lebensjahr in Baden bei Wien verstorben.
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Ferdinand Weiss hat für die Komponistenlandschaft nicht nur in Niederösterreich Besonderes geleistet. Sein Einsatz hat bis heute Wirkung über die Landes- und Bundesgrenzen hinaus gezeigt und wird dies durch die Aktivitäten der INÖK – "Interessengemeinschaft Niederösterreichische Komponist:innen" auch weiterhin tun.

"Mit dem Ableben von Professor Ferdinand Weiss  verliert die Stadt Baden einen bedeutenden, zeitgenössischen Komponisten und Musiker und den Kulturpreisträger 'Musik 1987'! Zu seinem Gedenken planen die INÖK und die Kulturabteilung der Stadtgemeinde Baden ein Gedenkkonzert im Haus der Kunst", heißt es in einer Aussendung der Stadtgemeinde Baden.

Richard Graf, Vizerektor für Lehre und Digitalisierung der JAM MUSIC LAB University und Präsident der INÖK von 2009 bis 2019, würdigte den Einsatz von Ferdinand Weiss, der mit der Gründung der INÖK 1989 "wichtige Impulse gesetzt" hat. "Dadurch wurden bis zum heutigen Tag viele Veranstaltungen und Konzerte ermöglicht, die zahlreichen Kollegen zugute kamen. Durch die professionelle Aufbereitung und Herausgabe von Noten durch die NÖ Musikedition, die eine Besonderheit darstellt, wurde auch auf diesem Weg die Verbreitung neuer Musik unterstützt. Diese Verdienste können nicht hoch genug gewertet werden, da sie bis zum heutigen Tag vielfältige Spuren hinterlassen haben, die auch noch in der Zukunft zu sehen sein werden", schreibt Graf in seinem Nachruf.

Über 400 Werke hinterlassen

Ferdinand Weiss hat über 400 Werke hinterlassen. Einige seiner Kompositionen seien Schätze, die es noch zu bergen gelte, meint Graf. Über die Art seiner Musik schreibt er: "Seine Tonsprache hat einen hohen Wiedererkennungswert und ist geprägt von einer ausgewogenen Verschmelzung von Intellekt, Musikalität und einer differenzierten kompositorischen Herangehensweise."

Ferdinand Weiss' Memoiren „Erinnerungen“, die 2015 erschienen sind, erlauben tiefe Einblicke in das Leben eines Komponisten, Musikers und seiner Zeit. "In teilweise pointierten Anmerkungen hat er uns damit auch ein Zeitdokument hinterlassen", schreibt Richard Graf.

Begräbnis ist am 22. April

Die feierliche Verabschiedung findet am Freitag, 22. April ab 11 Uhr statt. Um 11.30 Uhr wird die Seelenmesse in der Katholischen Kirche St. Martin gefeiert (Asperner Heldenplatz 9, 1220 Wien). Anschließend findet die Beisetzung auf dem Friedhof Aspern statt.

Die Familie bittet, von Kranz- und Blumenspenden abzusehen und den dafür vorgesehenen Betrag dem Verein "Ärzte ohne Grenzen" IBAN AT43 2011 1289 2684 7600 zu spenden.

Weitere Infos über Ferdinand Weiss, mit Lebenslauf, Ehrungen und persönlichen Eindrücken finden Interessierte auf der Homepage https://www.ferdinandweiss.com/?Home

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