Badener Komponist zu Schüler-Leistung: „Bestätigung für Unterricht“

Erstellt am 23. Januar 2022 | 05:39
Lesezeit: 4 Min
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Student David Hecher und sein Badener Kompositions-Lehrer Wolfgang Bauer vor dem Haydnkonservatorium in Eisenstadt.
Foto: privat
Schüler von Wolfgang Bauer erzielt ersten Platz bei Komponisten-Wettbewerb.
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Großer Erfolg für den Badener Komponisten Wolfgang-Michael Bauer: David Friedrich Hecher, einer seiner Studenten am Haydnkonservatorium in Eisenstadt, hat beim „Internationalen Wettbewerb für junge KomponistInnen“ (Sound of Mountains) den ersten Platz gewonnen. Die eingereichte Suite „Erinnerungen einer hochalpinen Wandergruppe“ – für Klarinettenquintett und Kammerorchester – wurde von der Jury hervorragend bewertet. Eine Besonderheit stellte die Anforderung an die Werke dar. So war der Gebrauch einer musikalischen Klangsprache, die vom Gros des „klassischen Publikums“ wohlwollend aufgenommen wird, vorgeschrieben.

NÖN: Was bedeutet es, wenn der eigene Schüler so einen Wettbewerb gewinnt?

Wolfgang-Michael Bauer: Natürlich erfüllt es mich mit großer Freude, wenn einer meiner Studenten einen derartigen Erfolg erzielen kann. Immerhin ist dies das Resultat von genutztem Talent, bestimmt viel mehr, aber auch harter Arbeit. Darüber hinaus sehe ich Davids Erfolg als Bestätigung für meinen Unterricht.

Was zeichnet David und seine Komposition aus?

Bauer: David hat sehr frühzeitig eine eigene, individuelle Klangsprache und Ästhetik innerhalb seiner Musik entwickelt. Die Tatsache, dass er auch als Jazz-Gitarrist tätig ist, zeichnet sich innerhalb seiner Kompositionen deutlich ab.

Was bedeutet der Preis für Sie persönlich als Student?

David Friedrich Hecher: Erstmals bedeutet er Wertschätzung und Bestätigung meiner stilistischen Orientierung und meines eingeschlagenen künstlerischen Weges. Zweitens bedeutet er auch die erstmalige Öffnung meines persönlichen Schaffensbereichs in den internationalen Raum.

Wie viele Schüler unterrichten Sie im Jahr?

Bauer: Das ist unterschiedlich, aktuell unterrichte ich drei Studenten im Hauptfach Komposition und vier im Schwerpunkt. Das bedeutet, sie studieren ein Instrument oder Gesang als Hauptfach und machen ihren verpflichtenden Schwerpunkt bei mir in Komposition.

Was schätzen Sie an Lehrer Wolfgang-Michael Bauer?

Hecher: Die sachbezogene Kritik und den generellen hohen Qualitätsmaßstab, der im Unterricht bei den Kompositionen angesetzt wird. Abgesehen davon habe ich durch seinen Unterricht sehr viel über die richtige Balance innerhalb einer Komposition, den Verlauf von Spannungsbögen und die Weiterentwicklung eines musikalischen Gedankens, sodass sich daraus eine Komposition ergibt und nicht willkürlich zusammengesetzt ist, lernen dürfen.

Was war Ihr Beweggrund, Komposition zu studieren?

Hecher: Weil ich das Bedürfnis hatte und nach wie vor habe, mich innerhalb der Musik persönlich auszudrücken. Es will so gesehen jenes gesagt werden, was außerhalb der Musik ungesagt bleiben müsste.

Was sind Ihre Ziele später in diesem Beruf?

Hecher: Die „zeitgenössisch klassische“ Musik einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und sie nicht als für sich isoliert zu betrachten. Mit meinem Hintergrund des Jazz und populärer Musik ist es mir naheliegend, die eigenen Kompositionen an der Schnittstelle zwischen Klassik und jenen Stilrichtungen anzusetzen. Das persönlichste Ziel als Künstler ist es, den eigenen Stil zu finden und weiter zu entwickeln.

Was war eigentlich Ihr Beweggrund, Komposition als Beruf auszuwählen?

Bauer: Neben der Liebe zur Musik als Grundvoraussetzung die Tatsache, schöpferisch tätig sein zu können. Ein Musikstück wie ein Stück Architektur aus dem Nichts entstehen zu lassen, fasziniert mich.

Welche sind Ihre eigenen Stücke, die als Nächstes veröffentlicht werden?

Bauer: Ich freue mich, am 19. Mai mein Tripelkonzert für Violine, Cello, Klavier und Orchester mit dem Badener Klaviertrio unter der Leitung von Thomas Rösner im Casino Baden uraufführen zu können. Über Werke, an denen ich gerade arbeite, kann ich aktuell leider nicht sprechen. Aber es befinden sich zwei neue Stücke in Entstehung!

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