Musikalisches Zeichen für den Frieden in Traiskirchen

Erstellt am 23. April 2022 | 05:15
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8327993_bad15jj_traiskirchen_konzert_fuer_die_u.jpg
Zufrieden nach dem Konzert: Natalia Tolmchova (3.v.r.), Maria Karabut, Natalia Bandurko-Frischauf, Olena Deshcha, Victoria Holovina, Sophia Zaporozhets, Kateryna Shutka, Valentyn Shutka und Ihor Shutka.
Foto: Norbert Ciperle
Geflohene Musikerinnen aus der Ukraine haben Benefiz-Konzert in Stadtsälen organisiert.
Werbung

Musik als universelle Sprache drückt das aus, wenn Worte fehlen, um Krieg und Elend zu beschreiben – so könnte man die Intention des Konzerts erklären, das Schutzsuchende aus der Ukraine mit Unterstützung der Stadt Traiskirchen auf die Beine gestellt haben.

Stadtrat Norbert Ciperle, SPÖ, hat selbst eine Familie in seinem Haus aufgenommen – Kateryna Shutka mit ihren Söhnen Ihor und Valentyn. Es stellte sich heraus, dass Kateryna Musiklehrerin ist, sie spielt Klavier. Nach einer Eingewöhnungsphase im Hause Ciperle gibt sie mittlerweile Online-Unterricht für ihre Schüler, die sich in verschiedenen Ländern dieser Erde aufhalten. Wie das kommt, erklärt Ciperle so: „In der Ukraine hat sie Schülerinnen und Schüler unterrichtet, die bei diversen Botschaften gearbeitet haben.“

Musikschulunterricht über das World Wide Web

Es folgt ein kurzes Zwiegespräch im Hintergrund, der Stadtrat verlässt das Wohnzimmer und setzt das Telefonat mit der NÖN auf der Straße fort, „denn jetzt hat Kateryna gleich eine Online-Musikstunde mit einem Schüler, der in Indien sitzt“. Über diverse Kontakte kam man ins Gespräch mit der aus Kiew stammenden Musikschullehrerin Natalia Tolmachova, die in Wien Zuflucht gefunden hat.

Die Damen wollten ein Konzert für ihr Heimatland organisieren, nur eine geeignete Lokalität zu finden war schwer. Da sprang die Stadt Traiskirchen mit den Stadtsälen als Konzertort ein. Auch Bildungsamt-Leiterin Christa Majnek half tatkräftig mit, „das Programm haben die Geflohenen selbst ausgearbeitet und präsentiert, das ist etwas, was es so bis jetzt noch nicht gegeben hat“, macht Ciperle auf die Besonderheit des Konzerts aufmerksam.

Die Aufführung hat es nicht nur geschafft, die Situation in der Ukraine auf eine musikalische Weise darzustellen, sondern hat den Interpretinnen und Interpreten geholfen, ihr Selbstbewusstsein wiederzufinden. Das Konzert brachte einiges ins Rollen, Neupriester Robert Rintersbacher aus der Pfarre St. Stephan in Baden hat einen Flügel gespendet, auf dem Kateryna jetzt Online-Klavierunterricht gibt. Das nächste Ziel ist klar: ein regulärer Musikschulunterricht für Schülerinnen und Schüler aus Traiskirchen.

Werbung