Trauer um Otto Plenk sen.. Der Kottingbrunner Ehrenringträger und Komparse mit Kultstatus verstarb am 13. Jänner 2021.

Von David Steiner. Erstellt am 21. Januar 2021 (03:22)
Mit Kult-Schauspielerin Ursula Strauss drehte Otto Plenk einige Folgen der Krimi-Serie „Schnell ermittelt“.
privat

Otto Plenk wird am 30. April 1932 in Wr. Neustadt geboren. In seiner Volksschulzeit erlebt er die ersten Bombenangriffe auf die Neustädter Flugzeugwerke hautnah mit.

Im Zuge der Kinderlandverschickung geht es ins weniger bedrohte Salzburg. Drei Hauptschuljahre verbringt er in Saalfelden. Ein Wirtshaus dient dort als Klassenzimmer. Nach Kriegsende kehrt Plenk nach Wr. Neustadt zurück und schließt die Hauptschule ab. Er macht eine Lehre als Elektriker. Beruflich verschlägt es ihn bald zu den ÖBB. Zwei Jahrzehnte leistet er Bahnhofsdienst. Anschließend wechselt er in die Pensionsstelle der ÖBB, wo er als Oberrevident bis zu seiner Pensionierung 1985 tätig ist.

Bereits 1955 zieht Otto Plenk nach Kottingbrunn. Ein Jahr später heiratet er Elfriede, die er beim Tanzen im Café Central in Baden kennenlernt. Das Paar bekommt einen Sohn. 2016 feiern Otto und Elfriede ihre Diamantene Hochzeit. Plenk hat zu dem Zeitpunkt bereits zwei Enkelkinder. Ab 1955 wird er für die SPÖ Kottingbrunn aktiv. Von 1980 bis 1995 ist er Mitglied des Gemeinderats. Fünf Jahre davon wirkt er im Gemeindevorstand mit. Ab 1991 leitet er den Prüfungsausschuss. Als Anerkennung für seine Verdienste um Kottingbrunn wird ihm 1995 der Ehrenring der Marktgemeinde verliehen.

Großes Engagement für Vereine

Die Lebensjahre in Kottingbrunn sind geprägt von seinem Engagement für verschiedene Vereine, ganz nach seinem Lebensmotto: „Nicht daheimbleiben, immer etwas tun und ein offenes Ohr für die Menschen haben.“ 1965 wird Plenk Mitglied beim ASK Kottingbrunn und übernimmt lange Jahre die Funktion des Kassiers. In den 1970er Jahren gründet er mit damaligen Weggefährten die Kottingbrunner Faschingsgilde. Vier Jahre lang ist er auch deren Präsident und setzt sich dafür ein, dass die Kottingbrunner Narren 1976 dem Bund Österreichischer Faschingsgilden beitreten. Immer einen Schmäh parat zu haben und ein lustvoller Mensch zu sein, gehören auch zu Plenks Lebensrezept.

In der Pension engagiert sich Plenk im Pensionistenverband von Kottingbrunn. In diesen Jahren entdeckt er auch seine große Leidenschaft für die Schauspielerei. Als Komparse schlüpft er in verschiedenste Rollen in Filmen, Serien und Shows. Den Anstoß gibt ein Freund. Er schlägt Plenk vor, an einem Casting für ein Hans Moser-Double teilzunehmen. Die Rolle bekommt er zwar nicht, er mimt stattdessen Paul Hörbiger, doch das Feuer ist entfacht. Plenk fasziniert die Atmosphäre am Set. Er liebt es, bei den Drehs Filmstars kennenzulernen. In seiner jahrzehntelangen Karriere als Komparse erlebt er denkwürdige Momente der österreichischen Film- und Fernsehgeschichte mit.

Als Double von Sir Peter Ustinov kurvt er im Rolls Royce durch Schönbrunn. Dem ebenfalls gebürtigen Wr. Neustädter Karl Merkatz schenkt Plenk als Wirt in „Bockerer IV“ ein Achterl Rot ein. Im Thriller „Das Tattoo – Tödliche Zeichen“ mit Tobias Moretti wird der Kottingbrunner sogar erschossen. Die Schauspielerei begleitet ihn bis ins hohe Alter.

Am 13. Jänner 2021 entschlief Otto Plenk friedlich und sanft im 89. Lebensjahr. Verabschieden kann man sich von Plenk am Freitag, 22. Jänner, von 13 bis 13.30 Uhr in der Aufbahrungshalle Kottingbrunn.