Alland/Heiligenkreuz: Rätselhafte Schächte entdeckt. Ein aufmerksamer Wanderer stieß in einem Wald bei Heiligenkreuz auf zwei offene Schächte. Nun wurden sie abgedeckt.

Von Stephanie Pirkfellner. Erstellt am 12. Dezember 2020 (03:34)
Johannes Siebenhandl, der aufmerksame Wanderer, entdeckte die beiden offenen Schächte.
Pirkfellner

Vor einiger Zeit machte Johannes Siebenhandl aus Alland eine Wanderung durch einen Wald bei Heiligenkreuz und entdeckte zwei tiefe, offene Schächte im Boden. Zuerst lag die Vermutung nahe, diese Schächte gehören zu einem aufgelassenen Gipsbergwerk, dem ist aber nicht so.

Nach weiteren Recherchen stellte sich heraus, dass diese Schächte im Stiftswald von Heiligenkreuz ein Erbe der in den 1940er Jahren geplanten Reichsautobahn sind. Die Autobahn Salzburg – Linz – Wien war das große Prestigeprojekt Adolf Hitlers, sie hätte direkt über das Areal des Stifts führen sollen. Erst 1974 gab man diese Streckenführung auf, ein groß angelegter Grundstückstausch führte schließlich zur heutigen Trassenführung der Außenringautobahn, rund zwei Kilometer vom Stift entfernt. Ein Probepfeiler für die Reichsautobahnbrücke wurde erst in den 1980er Jahren im Konventgarten gesprengt.

Die Forstverwaltung des Stifts deckte die Schächte sofort ab und dankte dem Wanderer.