Rettungsschirm & Spendenaufruf für Hilfsbedürftige in Baden

Erstellt am 26. Juli 2022 | 04:01
Lesezeit: 3 Min
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Mit vereinten Kräften werden im „Haus der Menschlichkeit“ im Roten Kreuz „Henry“-Flohmarkt Spenden an Armutsgefährdete verkauft. Im Bild (v. li.): Christoph Sanz vom Badener Roten Kreuz, Armutsnetzwerk Obfrau und Projektkoordinatorin Barbara Bühler, Gabriela Zimba, eine nach mehreren Schicksalsschlägen armutsgefährdete Betroffene sowie Rotes Kreuz Landesdirektor Hannes Buxbaum mit Caritas Teamleiterin Ulrike Oforha.
Foto: Tröstl
Hilfsorganisationen intensivieren Armutsbekämpfung. Ziel ist Solidaritätsnetzwerk der Gemeinden.
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Immer mehr Menschen sind armutsgefährdet. 204.000 Niederösterreicher, das sind 12 Prozent der rund 1,7 Millionen Menschen, die hier leben, sind betroffen. Die Armut zieht besonders Kinder, ältere Menschen und Alleinerzieher in ihren Sog. Drei Hilfsorganisationen haben nun ihre Kräfte gebündelt um Hilfsbedürftige auch im Bezirk Baden zu unterstützen.

Das Rote Kreuz NÖ, das Armutsnetzwerk und die Caritas organisieren einen Rettungsschirm, um soziale Sicherheit, leistbares Wohnen und eine medizinische Grundversorgung für alle zu schaffen. Denn es gibt einen rapiden Anstieg an Menschen, die durch die Armutsgefährdunggsschwelle von 1.371 Euro monatlicher finanzieller Ressourcen in Existenzängste gebracht werden.

Die Teuerungswelle im alltäglichen Leben - die Statistik Austria rechnet mit einer Teuerung von acht Prozent - die steigende Inflation, die sich auf einem Höchstwert seit fast 50 Jahren befindet, und die zunehmenden Wohn- und Energiekosten machen ein „Auskommen mit dem Einkommen“ immer öfter unmöglich.

„Ein Zuwachs von 63 Prozent bei den Haushalten im ersten Halbjahr 2022, die durch die Team Österreich Tafel des Roten Kreuzes versorgt werden, sprechen für sich. Aktuell werden pro Woche 2.450 Haushalte mit Lebensmitteln versorgt“, sagt Hannes Buxbaum, Landesdirektor Gesundheits- und Soziale Dienste vom Roten Kreuz Niederösterreich.

In Baden gibt es zwei Henry Flohmärkte, benannt nach dem Gründer des Roten Kreuzes, Jean-Henry Dunant, die durchgehend Spenden sammeln und Waren, von der Bettwäsche über Haushaltsgeräte bis zum Kinderwagen, an sozial Bedürftige verkaufen. In dem „Haus der Menschlichkeit“ in der Wienerstraße 68a sowie in dem Henry Laden in der Wassergasse 28 können Hilfsgüter jeder Art abgegeben werden.

Das Rote Kreuz betreibt mit einem Spendenaufruf an alle im Bezirk Baden lebenden Menschen auch intensives aktuelles Krisenmanagement. „In den Henry Second Hand Boutiquen kann jedermann einkaufen und das ein oder andere Schnäppchen ergattern. Der Reingewinn kommt wiederum jenen Menschen zugute, die Unterstützung benötigen“, ergänzt Buxbaum.

Das Ziel ist, ein flächenübergreifendes Sicherheits- und Solidaritätsnetzwerk der Gemeinden in unserer Region zu schaffen.

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