Die Feuerwehren des Bezirks bleiben in Bereitschaft. Freiwillige Feuerwehren verfolgen verschiedene Strategien, um einsatzfähig zu bleiben. Theorie geübt wird online.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 08. April 2020 (05:40)
Das Konzept Lernen, aber auf Distanz, verfolgt auch die Freiwillige Feuerwehr Bad Vöslau.
Wirth

Martin Geiger, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Weikersdorf erklärt, wie die drei Stadtfeuerwehren Badens alles unternehmen, um in Zeiten wie diesen einsatzfähig zu bleiben.

„Wir haben die Mannschaft in zwei Teile gesplittet. Pro Team ist die Mannschaft 24 Stunden im Einsatz, dann übernimmt der andere Teil der Mannschaft die Bereitschaft. Mit dieser Maßnahme wollen wir sicherstellen, dass eine Hälfte der Kameraden immer zuhause ist und die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren auch gewahrt bleibt.“

Nach diesem Modus geht nicht nur die FF Weikersdorf vor, sondern auch die Freiwilligen Feuerwehren Baden-Stadt und Leesdorf.

Hintergrund dieser Vorgehensweise ist natürlich auch, „dass sich die Kameraden nicht alle geballt begegnen, dass auch wir Abstand halten können“, sagt Geiger. Das soziale Miteinander, das bei den Freiwilligen Feuerwehren ansonsten eine große Rolle spielt, findet im Moment nur im virtuellen Raum statt. „Es läuft alles telefonisch, per Mail oder Skype, das ist auch für uns ungewohnt und neu“, weiß Geiger. An vorderster Front stünden im Moment die Einsatzkräfte der Rettungsorganisationen, „wir agieren im Moment in der zweiten Reihe“, sagt Geiger. Da es im Moment nicht möglich ist, Ausbildungslehrgänge, Schulungen, Übungen und dergleichen abzuhalten, sind einige Feuerwehren aktiv geworden und haben sich überlegt, wie man zumindest theoretisches Wissen über Online-Kanäle vermitteln kann.

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Völsau haben die beiden Leiter der Grundausbildung, Philipp Michalek und Thomas Donner, einen Onlinekurs erstellt, bei dem der Feuerwehrnachwuchs nun die theoretischen Grundlagen der Organisation lernen und üben kann.

Michalek merkt an: „Wir sind froh, dass wir nun die Basisausbildung in Bad Vöslau nicht völlig aussetzen müssen und auch in Zukunft bestens ausgebildete Einsatzkräfte zur Verfügung haben.“ Aktuell nutzen Carolina Natterer, Julian Reinelt, Martin Zumtobel, Manuel Mittag und Christoph Kaminsky die digitalen Möglichkeiten und absolvieren den Basiskurs. Der Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Bad Vöslau, David Wirth, betont: „Es ist eine für alle sehr herausfordernde Situation. Aber über sozialen Medien und das Internet sind die fünf Mitglieder gut vernetzt und können auf den Lernstoff zugreifen.“

Eines sei aber auch klar: „Die praktischen Übungseinheiten fehlen sehr. Wie lange diese Situation anhält, das kann man derzeit nicht abschätzen, aber wir machen das Beste daraus“, betont Wirth optimistisch.