Traiskirchner Kulturpreis für Ackermann. Traiskirchner Kulturpreis ging heuer an Maler Philip Ackermann.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 24. Oktober 2019 (03:26)
In der Natur zu malen und die Perspektive eines Objektes sowie die unterschiedlichen Lichteinflüsse unmittelbarwahrzunehmen ist für Philip Ackermann teil seiner künstlerischen Arbeit.
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Was für eine Aussagekraft soll ein Bild haben? Soll der Maler die Realität 1:1 wiedergeben oder soll er eine Geschichte in seinem Gemälde mittransportieren? Auch wenn er zu Beginn seiner Arbeit noch gar nicht weiß, zu welcher Aussage ihn seine Arbeit führen wird? Das alles sind Fragen, mit denen sich Philip Ackermann ständig auseinandersetzt.

Denn als abgeschlossen betrachtet er seine Entwicklung als Künstler noch lange nicht, da ist er noch zu sehr Forschender und Suchender. Die Suche begann 2012, als er seinen Lebenstraum, die Malerei, endlich leben wollte. An der Angewandten in Wien abgelehnt, zog er los, hinaus in die Natur, wo er am liebsten seine Vorlagen für seine Werke findet. Er erinnert sich: „Ich habe mich selber hingestellt in Baden in die Beethovengasse und in Heiligenkreuz vor die Statuen und habe überlegt, wie male ich das jetzt am besten.“

Dafür studierte Ackermann die Techniken der großen Meister und die unterschiedlichen Stile, die verschiedene Epochen der Kunstgeschichte prägten. Am meisten haben es ihm jene Gemälde angetan, „die eine Geschichte erzählen“. Eines seiner Lieblingswerke ist das Gemälde „Die Wolgatreidler“ des russischen Künstlers Ilja Repin, das dieser 1872 zu malen begann. Eine Gruppe von Männern zieht ein großes Schiff flussaufwärts, alle scheinen sich in ihr Schicksal ergeben zu haben, nur ein junger Mann, hell gemalt in der Mitte des Bildes, scheint noch Kraft und Hoffnung zu haben, um sein Joch ablegen zu wollen. „Dieses Bild ist für mich schon fast eine Allegorie“, meint Ackermann.

In seinem Atelier in Tribuswinkel hängen viele Porträts und Akte, die 2017 in einer Malschule in Frankreich entstanden sind. „Ich bezeichne sie als Studien, als Übungen“, erklärt der Künstler. Einer breiteren Öffentlichkeit fast unbekannt ist, dass es weltweit viele Ausbildungsstätten für Maler gibt, verschiedene Schulen, die die Möglichkeit bieten, sich selbst als Maler weiterzuentwickeln. Nach dem Malaufenthalt in Frankreich bildete sich Ackermann in Irland weiter. Dass er heuer den Kulturpreis erhält, kommt für ihn völlig überraschend.

Doch es freut ihn, denn: „Bürgermeister Andi Babler kennt mich und mein künstlerisches Schaffen schon lange.“ Ein weiterer Ansporn auf der Suche nach der künstlerischen Perfektion.