Mozart als große Herausforderung. Der Präsident des Ave Verum Chorwettbewerbes, Wolfgang Ziegler, setzt weltweit ein Lebenszeichen in der Kulturszene.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 08. April 2021 (03:23)
Wolfgang Ziegler freut sich auf eingereichte Werke, die den lateinischen Text von Wolfgang Amadeus ‚Ave Verum‘ neu vertonen. 
privat

In diesem Jahr bleibt die Kultur bis auf Weiteres stark gebeutelt und eingeschränkt. Langsam regen und entwickeln sich aber neue Formate.

Ein intensives Lebenszeichen setzt der Präsident von Ave Verum, Wolfgang Ziegler mit dem 1. Internationalen Ave Verum Kompositionswettbewerb IAVCC.

Mit diesem Bewerb zeigt er, dass sich die Kulturszene, trotz starker Einschränkungen, noch nicht ganz unterkriegen lässt. Von diesem Kompositionswettbewerb sollen sich Amateure als auch professionelle Komponisten aller Altersstufen und vor allem Nationalitäten angesprochen fühlen.

Und der Kompositionsauftrag ist schnell erklärt: „Der lateinische Text von Mozarts Ave verum corpus soll neu vertont werden“, erklärt Wolfgang Ziegler, der auch als künstlerischer Leiter fungiert und sich diesen herausfordernden Kompositionsauftrag einfallen ließ. Und das Ziel? „Ich möchte die Entstehung von neuer Chormusik fördern und den musikalischen Diskurs rund um „Ave verum corpus“ befeuern.“

Johannes Leopold Mayer ist zweiter im Bunde

Als fachkundiger Berater ist auch Johannes Leopold Mayer von diesem Auftrag angetan, weil „Mozarts ‚Ave verum corpus‘ wohl eine der rätselhaftesten Kompositionen in der an Rätseln wahrlich nicht armen Geschichte der klassischen österreichischen Kirchenmusik ist“, sagte Mayer im Rahmen einer Online-Pressekonferenz vorige Woche, wo ein Update des Projektstandes gegeben wurde. Zur Inspiration für alle Komponisten, die sich an das bereits von Mozart so großartig vertonte Gebet – uraufgeführt 1791 – aus dem 13. Jahrhundert nicht ran trauen: „Die Entstehung des Werkes war ganz alltäglich, Mozart weilte in Baden bei seiner hier kurenden Gattin Constanze, die wohnte beim Lehrer und Kantor Anton Stoll und Fronleichnam stand vor der Türe“, berichtet Mayer.

Und auch Mozart wagte sich an etwas Bestehendes heran, nämlich an den aus dem 13. Jahrhundert stammenden Hymnus, vielleicht eine Dichtung von Papst Innozenz. „Mozart weiß, was er zu tun hat, er wusste immer, wie er für wen zu schreiben hat und passte seine Komposition den Möglichkeiten der Kirchenmusik der Pfarrkirche St. Stephan an.“  

Die Einreichfrist endet am 1. Juli 2021. Die ausgewählten Sieger-Kompositionen werden von Juroren aus Norwegen, Italien, Singapur und Österreich ausgewählt und live über YouTube in die Welt gestreamt. Die Gewinner des Kompositionswettbewerbes werden zusätzlich während der „Award Ceremony“ gekürt und 2022 werden die Kompositionen während des ICC AV uraufgeführt.

www.aveverum.at