Premiere Nummer 25 in Kottingbrunn

„Pygmalion“ begeisterte das Publikum in einer (fast) ausverkauften Kulturwerkstatt. Neun Spieltermine sind offen.

Erstellt am 11. September 2021 | 05:09

Mit anhaltendem Schlussapplaus und Jubelrufen huldigte das Publikum am Freitagabend, 3. September, dem „Pygmalion“-Ensemble und weiteren Mitwirkenden der 25. Septembertheater-Produktion der Kulturszene Kottingbrunn.

Unter Regie von Anselm Lipgens sogen Max G. Fischnaller (Henry Higgins), Samantha Steppan (Eliza Doolittle), Nicole Gerfertz-Schiefer (Mrs. Pearce), Georg Kusztrich (Oberst Pickering), Johanna Kusztrich (Stubenmädchen), Franz Schiefer (Alfred Doolittle) und Ingrid Spörker (Mrs. Higgins) das Publikum in ein post-viktorianisches London mit österreichischer Sprachmusik.

Gebannt folgten die Premierengäste den konfliktreichen Dialogen zwischen dem engstirnigen Sprachwissenschaftler Henry Higgins und dem gewitzten Blumenmädchen Eliza Doolittle. In einzelnen Momenten wurde es mucksmäuschenstill im Publikum. Vor allem aber wurde herzlich gelacht über das Aufeinandertreffen zweier Welten charakterliche Eigenarten und Mundart-Schmankerl wie den „Pompfinewra“.

Verfasser George Bernard Shaw, ein scharfzüngiger Dramatiker und Sozialsatiriker, spielt mit den gesellschaftlichen, moralischen und sprachkulturellen Vorstellungen seiner Zeit. Er verdreht Klassen- und Geschlechterhiearchien und zeigt ihre inneren Widersprüche auf. Dieser im Grunde sehr ernste Stoff liefert komödiantische Auflagen, die Lipgens und das siebenköpfige Ensemble zu verwerten wissen.

Wie das Stück ist auch das verkleinerte Ensemble der Corona-Pandemie geschuldet. Aus der Not eine Tugend machend, wird das Publikum auf amüsante Weise eingebunden.

Nicht zu vergessen seien das entzückende Kostümdesign von Katharina Kappert.

Das NÖN-Fazit: „Pygmalion“ besticht durch schauspielerische Raffinesse, Sprachwitz, lebensnahe Pointen und komödiantischen Ernst.

Weitere Infos und Karten unter www.kulturszene.at