Enzesfeld-Lindabrunn: Bus-Direktfahrt nach Baden fehlt

Erstellt am 03. August 2022 | 06:00
Lesezeit: 4 Min
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VOR-Sprecher Georg Huemer hat die Erklärungen dafür parat.
Foto: VOR
Kritik an Fahrplanänderung, die sich an Zugsverbindungen orientiert.
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Am Gemeindeamt und bei Bürgermeister Franz Schneider, Liste Schneider, trudelten zahlreiche Beschwerden wegen diverser Fahrplanänderungen bei regionalen Buslinien ein.

Hauptkritikpunkt: Früher gab es eine direkte Busverbindung nach Baden. Heute muss man auf dieser Strecke dreimal umsteigen. Betrug früher die Fahrzeit ca. 35 bis 40 Minuten, sind es jetzt 51 Minuten und es gibt nur eine Alternative über die entgegengesetzte Richtung bis St. Veit. Dort kann man nach etwa 15 Minuten Wartezeit auf die Linie 315 umsteigen und bis Baden fahren.

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Bürgermeister Franz Schneider heißt nicht alle Änderungen gut.
Foto: privat

Fahrzeit früher: ca. 35 bis 40 Minuten, jetzt: 61 Minuten. Resümee von Bürgermeister Franz Schneider: „Es kann nicht sein, dass z.B. Hainfeld stündlich direkt mit Baden verbunden ist, Enzesfeld-Lindabrunn aber nicht.“

VOR-Pressesprecher Georg Huemer weist darauf hin, dass man die Gesamtsituation sehen müsse. Das intelligente Zusammenspiel von Bussen, Bahnen und anderen Formen des öffentlichen Verkehrs mache einen guten, modernen und kundenfreundlichen öffentlichen Verkehr aus.

Bezüglich der fehlenden direkten Busverbindung nach Baden weist Huemer darauf hin, „dass die Regionalbuslinien genau betrachtet wurden, Potenziale und Notwendigkeiten erhoben und für die Fahrgäste aus der Region Umstiegsmöglichkeiten zu Zügen ermöglicht wurden“. Oberstes Ziel sei, Parallelführungen von Bus und Bahn zu vermeiden.

Die angeführten massiv längeren Fahrzeiten im Vergleich zur ehemaligen Linie 556 kann Huemer gemäß dem VOR-Routenplaner nicht nachvollziehen. „Wenn die Situation mit der Linie 325 verglichen wird, muss angemerkt werden, dass die dort umliegenden Siedlungsgebiete keinen fußläufigen Bahnanschluss, wie etwa die Siedlung Maria Theresia haben, daher können diese nur durch den Bus erschlossen werden.“

Kritik an Schülerbus nach Hirtenberg

Kritik gibt es auch an der Schülerbuslinie von Lindabrunn in die Mittelschule nach Hirtenberg. Nach dem alten Fahrplan konnten die Schüler aus Lindabrunn und Enzesfeld zum Schulbeginn in der Früh die Schule direkt ohne Umsteigen erreichen. Nunmehr müssen diese mit der Linie 312 bis zur Haltestelle „Enzesfeld-Lindabrunn Bahnhof“ fahren, dort ohne Schutzweg die Landesstraße überqueren – was viele aufregt – und in den Bus Richtung Pottenstein der Linie 313 umsteigen, um die Schule zu erreichen.

Dazu gäbe es auch eine kuriose Lösung mit dem Regionalbus 312, und zwar von Lindabrunn-Enzesfeld über Leobersdorf und Wittmannsdorf mit Umwegen nach Hirtenberg. Hier würden die Kinder 15 Minuten sinnlos in einem Bus sitzen, der seine Runden durch Leobersdorf/Wittmannsdorf drehe und danach wieder über Enzesfeld fahre. Fahrzeit früher: ca. sieben bis acht Minuten, jetzt: 22 Minuten.

„Das kann es nicht sein“

„Das kann es nicht sein“, macht Bürgermeister Franz Schneider (Liste Schneider) seinem Unmut Luft. Auch dafür hat Huemer eine Erklärung parat: „Gemäß Fahrplan dürfen wir festhalten, dass es für die Schülerinnen und Schüler aus Lindabrunn und Enzesfeld einen Direktbus nach Hirtenberg bis zu Mittelschule gibt. Es handelt sich um Kurs 108 der Linie 312. Ein Umsteigen in Enzesfeld-Lindabrunn Bahnhof auf die Linie 313 ist zwar möglich, aber keinesfalls erforderlich.“

Zu den Linien 313 und 315 merkt Huemer an, dass beide Linien an der Haltestelle Bad Vöslau Bahnhof halten und Fahrgäste dort auch umsteigen können. Allerdings seien die Linie 313 auf die Züge in Leobersdorf und die Linie 315 auf die Züge in Bad Vöslau abgestimmt, weshalb Verschiebungen Fahrgästen, die Bus und Bahn benutzen, nicht zugemutet werden können.

Und zur „Rundenfahrt“ der Linie 312 sagt Huemer: „Aktuell bestehen nur Parallelfahrten um 15.45 Uhr. Dieser Umstand wird bei der nächsten Fahrplanänderung bereinigt.“

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