Coronavirus: Ärztin und Mitarbeiterin positiv getestet. Wie die NÖN in Erfahrung bringen konnte, gibt es im Bezirk Baden die ersten zwei Fälle von Personen, die vom Coronavirus befallen sind. Es handelt sich um eine Ärztin aus der Unfallabteilung im Landesklinikum Baden und eine Mitarbeiterin, die mit ihr gearbeitet hat.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 15. März 2020 (14:19)
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Landesklinikum Baden
Zwei Mitarbeiterinnen des Landesklinikums Baden sind die ersten zwei bestätigten Coronavirus-Fälle im Bezirk Baden. Die Unfallabteilung war kurz gesperrt. der Betrieb läuft mittlerweile wieder gewohnt weiter.
Thomas Lenger / monatsrevue.at

Wie Bernhard Jany, der Sprecher der NÖ Landeskliniken-Holding betont, habe man „sofort gehandelt“ und alle Mitarbeiter, die mit den Frauen in Kontakt waren, vom Dienst freigestellt. Patienten und Besucher, die mit den Betroffenen Kontakt hatten, wurden von den Behörden verständigt und müssen jetzt 14 Tage in häuslicher Quarantäne zu Hause bleiben. Die Ärztin und die Pflegekraft stammen aus dem Bezirk Mödling, dadurch zählen die beiden Fälle zur Statistik in Mödling.

Laut Jany wurden die entsprechenden Schritte unternommen, damit der Betrieb weiterlaufen kann. Die Unfallabteilung war Samstag kurz gesperrt, „bis die Evaluierung abgeschlossen ist“, so Jany. Mittlerweile wurde Personal aus dem Klinikum in Mödling herangezogen und seit heute Sonntag sei an beiden Klinik-Standorten die Versorgung wieder gesichert. „Hier sieht man, dass ein Klinikum an zwei Standorten, was viele immer wieder auch kritisiert haben, ein großer Vorteil ist, da man sich gut gegenseitig aushelfen kann“, beschreibt Jany.

Ab Montag werden alle nicht notwendigen Operationen (zum Beispiel Grauer Star) hintangestellt, um zusätzliche Personalkapazitäten zu haben. „Das ist ein wichtiger Schritt“, sagt Jany. Der Holdingsprecher mahnt auch die Bevölkerung, sich an die Anweisungen der Regierung zu halten und zu Hause zu bleiben, um die Generation 70 Plus bestmöglich vor dem Virus zu schützen. „Hier sind alle in der Verantwortung.“ Es gehe darum, die Erkrankungskurve abzuflachen, damit die Spitäler die Krise bewältigen können. Auch Jany appelliert, bei Verdachtsfällen die Hotline 1450 zu wählen. „Für uns sehr wichtig ist das Besuchsverbot, damit die Patienten vor Menschen geschützt werden, die den Virus womöglich in sich tragen, ohne es zu wissen. „Es geht auch um den besonderen Schutz des pflegenden Personals“, mahnt Jany.

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