Lange Nacht der Kirchen. Heute Freitag, 25. Mai findet österreichweit wieder die Lange Nacht der Kirchen statt. Auch in der Stadt Baden und in Pottendorf wird einiges geboten.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 25. Mai 2018 (12:19)
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Die Stadtpfarre Baden-St. Stephan.
NÖN.at, Fussi

Pfarre St. Stephan Baden

So führt diesmal Rudolf Maurer um 19.30, 20.30 und 21.30 Uhr auf die Orgelempore und in das Kaiseroratorium in der Stadtpfarrkirche Baden, die normalerweise nicht zugänglich sind, und ermöglicht damit Blicke aus ungewohnter Perspektive in den Kirchenraum.

Jeweils um 20 und 21 Uhr konzertieren die Kirchenmusiker der Stadtpfarre unter dem Motto „Musik aus höheren Sphären“.

Die Stadtpfarrkirche von Baden ist dem Hl. Stephanus geweiht. In Baden wird seit dem Jahr 1220 ein Priester erwähnt. 1312 wird Baden selbstständige Pfarre unter dem Patronat von Melk. Die ursprünglich im romanischen Stil errichtete Kirche wurde in der Gotik und nach den Türkenkriegen im barocken Stil erneuert. Aus der ursprünglichen Stilepochen gibt es nur wenige Reste zu sehen. Aus der Romanik finden sich noch Tierköpfe, die unter den Gewölben des Mittelschiffes eingemauert sind. An die Gotik erinnern vor allem der Taufbrunnen und mehrere Engelsfiguren an den Kirchenmauern und am Südtor. Die Seitenaltäre im Langhaus der Kirche stammen aus dem 18. Jahrhundert. Aus dem ursprünglichen Pfarrgebiet von Baden sind mehrere neue Pfarren entstanden: Sooß (ab 1783 Pfarre), St. Christoph (1783 als St. Helena zur Pfarre erhoben) und St. Josef (1990 zur Pfarre erhoben).

Altkatholische Diasporagemeinde Baden

Auch die Altkatholische Diasporagemeinde Baden macht bei der Langen Nacht der Kirchen mit. In der St. Annakapelle, Heiligenkreuzergasse 4, findet um 18 und 19.30 Uhr das Pfarrcafé statt, ein gemütliches Beisammensein. Bereits um 17 Uhr findet die Eucharistiefeier mit Krankensalbung statt, um 18.30 Uhr das „Gebet für die verfolgten Christen“. Singen und Meditieren mit Markus steht um 20 Uhr am Programm. Zum Abschluss gibt es um 21 Uhr „Komplet – das kirchliche Nachtgebet“.

Die St. Annakapelle (erstmals urkundlich erwähnt 1312) war Teil des ehemaligen Bürgerspitals und gehört zu den ältesten Gebäuden Badens.

St. Jakobus, Pottendorf

Auch die Pfarre Pottendorf macht heute mit. Von 17 bis 23 Uhr wartet eine Schmankerlstation und der Wallfahrerstandl am Kirchenplatz auf die Besucher. Von 16 bis 17 Uhr wird ein Kinderprogramm geboten: Auf Spurensuche durch die Kirche mit der Jungschar und mit der Drehleiter der Feuerwehr zum Kirchturm rauf.

„Mit Pauken und Trompeten“ lautet die lautstarke Eröffnung der Langen Nacht der Kirchen um 17 Uhr mit Schlagwerk, Blech und Beatbox-Sound.

Von 17.15 bis 19.30 können die Besucher die Kirchenschätze besichtigen und dabei die Schatzkammer, die Orgel und den Glockenturm entdecken. Führungen mit Ingeburg Weinberger sind um 17.30 und 18.30 Uhr.

Höhepunkt ist um 19.30 Uhr der Festakt „300 Jahre Pfarrkirche Pottendorf“, mit Präsentation der Festschrift zum Jubiläum, Ehrung verdienter Pfarrmitarbeiter und musikalische Umrahmung durch die Musikschule Pottendorf.

Als Abschluss findet an „baROCK-Konzert“ um 21 Uhr statt, unter der musikalischen Leitung von Kristian Stipsich. Thema: Von Barock bis Rock – eine musikalische Zeitreise durch 300 Jahre Kirche & Musik.

Die neue Pfarrkirche wurde von 1714 bis 1718 im Auftrag von Gundaker Thomas Starhemberg durch den Baumeister Franz Jänggl nach den Plänen des Architekten Johann Lukas von Hildebrandt errichtet. Sie ist dem Apostel Jakobus dem Älteren geweiht. Der mächtige hochbarocke kreuzförmige Zentralbau mit Einturmfassade dominiert den Kirchenplatz. Die Kirche ist an drei Seiten von einer Kirchhofmauer mit Skulpturen umgeben. Im Jahre 1769 wurde unter dem Baumeister und Pfarrer Johann Josef Zisser eine Vorhalle zugebaut und die südliche Sakristei um eine Paramentenkammer erweitert, wobei die Kirchhofmauer im Westen entfernt wurde.