Drei Monatsgehälter mehr dank der AK. Über 10.800 Menschen wandten sich 2019 an die Bezirksstelle Baden, darunter Servicetechniker wegen Kündigungsfrist.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 26. Februar 2020 (03:55)
Bezirksstellenleiterin Danja Wanner und AK-NÖ Vizepräsident Horst Pammer sind stolz auf die Leistungen der Arbeiterkammer.
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Insgesamt 5.342.860 Euro hat die Arbeiterkammer-Bezirksstelle Baden im Vorjahr für Arbeitnehmer der Region erstritten, berichtet Bezirksstellenleiterin Danja Wanner: „Am häufigsten gefragt war unsere Unterstützung bei Problemen am Arbeitsplatz und in sozialrechtlichen Fragen“, sagt sie.

Wanner erzählt von einem besonderen Fall. Zwischen einem Außendienstmitarbeiter eines Technikservice und seinem Chef kam es öfter zu Meinungsverschiedenheiten. Einen Gesprächstermin konnte der Mitarbeiter nicht wahrnehmen, da er gerade im Krankenstand war. Nach dem Wochenende, es war ein Monatsbeginn, fand der Krankgeschriebene im Briefkasten einen unfrankierten Brief, der die Kündigung mit Ende des Vormonats unter Einhaltung der Kündigungsfrist zum Inhalt hatte. Daraufhin wandte sich der Techniker an die AK.

„Am häufigsten gefragt war unsere Unterstützung bei Problemen am Arbeitsplatz und in sozialrechtlichen Fragen“

Wanner übernahm die Intervention und teilte dem Dienstgeber mit, dass der Gekündigte erst zu Monatsbeginn von der Kündigung erfuhr, womit sich die Kündigungsfrist laut Kollektivvertrag (Quartalskündigung) um weitere drei Monate verlängert. Zunächst weigerte sich der Dienstgeber, dies zu akzeptieren und behauptete, er hätte den Brief zeitgerecht am Freitagvormittag in den Briefkasten geworfen. „Beweisen konnte er dies nicht. Zudem widersprach diese Version jener des Gekündigten, dass er das Kündigungsschreiben am Freitagnachmittag nicht im Postkasten vorfand, sondern erst am Montag darauf“, so Wanner. Am Ende musste der Dienstgeber einlenken und die neue Kündigungsfrist anerkennen, womit dem Servicetechniker drei weitere Monatsgehälter von insgesamt 9089,54 Euro brutto ausbezahlt werden mussten.

AK NÖ Vizepräsident Horst Pammer betont, wie wichtig es sei, dass die Arbeiterkammer in jedem Bezirk mit einer Außenstelle vertreten sei – „dort, wo die Menschen wohnen“. Die hohe Zahl an Kunden bestätige, dass die Beratungen sehr gut angenommen werden.