„Bsoffene G’schicht“ endete vor Gericht. Nach einem Streit wurde eine junge Frau angefahren, der Fahrer ist geflüchtet.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 03. Mai 2018 (14:32)
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Windschutzscheibe Autoscheibe Symbolbild
Bilderbox.com

Beim „Bolero“ soll, laut Staatsanwaltschaft, der 30-jährige Angeklagte am 18. Februar 2017 in alkoholisiertem Zustand seinen Pkw stark beschleunigend gezielt auf eine Gruppe Personen gelenkt und dabei einer jungen Frau eine Verletzung im Kniegelenk zugefügt haben. Laut Angeklagtem und dessen Freundin waren sie zuvor allerdings massiv von einer Gruppe junger Leute angegriffen und bis zum Auto verfolgt worden.

Rangelei mit Folgen

Am zweiten Prozesstag kamen Zeugen zu Wort. Alle schilderten, wie auch der Angeklagte, dass es zuvor vor der Tür der Diskothek zu einer Streiterei und Rangelei zwischen dem Angeklagten und einer Gruppe von etwa acht bis zehn Jugendlichen gekommen war. Der Angeklagte sei dann mit seiner Freundin zum Auto „gestürzt“ und weggefahren.

Über die Geschwindigkeit und darüber, ob er wirklich mit Absicht auf die Gruppe zugefahren ist, herrschte unter den Zeugen keine Einigkeit. Auch von ihnen hatten einige an diesem Abend viel getrunken und der Vorfall liegt nun schon länger zurück. Jedenfalls sei plötzlich eine junge Frau mit aufgeschlagenen Knien am Boden gelegen und der Angeklagte einfach weggefahren.

Ein 35-jähriger Mann war dem Auto nach dem Vorfall nachgelaufen, um das Nummernschild zu sehen. „Er kam aus der Zufahrt hinter dem Bolero ohne Licht raus gefahren und ich bog gerade um die Ecke des Gebäudes. Es gab einen Zusammenstoß und ich hab ihm mit dem Hintern den Seitenspiegel an der Fahrertür abmontiert. Er wollte mich aber sicher nicht anfahren, denn er konnte mich vorher gar nicht gesehen haben. Dann gab er Vollgas und fuhr weg.“ An die gesprungene Windschutzscheibe konnte sich der Zeuge erinnern, „sah so aus, als wäre da jemand drauf gefallen“.

Der Angeklagte selbst gab an, dass er nach dem Vorfall zuhause von innen voller Wut auf die Scheibe eingedroschen hat und so die verschiedenen Beschädigungen erzeugt habe.

Der Mann wurde, nicht wie angeklagt wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung, sondern wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Nötigung zu 20 Monaten bedingter Haft und 960 Euro Geldstrafe verurteilt. Er gab dazu keine Erklärung ab, somit ist das Urteil nicht rechtskräftig.