Kart-Bahn: Jetzt spricht Bosch. Das Thema Kart-Bahn erhitzt weiter die Gemüter. In einem Postwurf wendet sich Altbürgermeister Anton Bosch an die Leobersdorfer. VP-Hans Zöhling sei ein „Pseudopolitiker“.

Von Christian Dusek. Erstellt am 18. Dezember 2018 (05:41)
Ist für den Bau der Kartbahn: Altbürgermeister Anton Bosch.
Husar

Seit sechs Jahren ist Altbürgermeister Anton Bosch (Liste Zukunft) im Polit-Ruhestand, doch die aktuellen Ereignisse rund um die Fehde „seiner“ Liste Zukunft und der ÖVP (die NÖN berichtete) waren für ihn Anlass, in einem Postwurf den Leobersdorfern seine Sicht der Dinge darzulegen: „Es handelt sich um Elektro-Karts, die weder Lärm noch Emmision und Immission auslösen“, erklärt er seinen Bezug zum Projekt: „Ich bin Obmann des Dorferneuerungsvereins und habe das Projekt „Heilsamer Brunnen“ ausgearbeitet – die Kartbahn hat keinerlei Einfluss auf den Bereich. Die ÖVP will Bürger zu Unterschriften gegen das Projekt bringen, indem sie vollkommen falsche Tatsachen auftischt“.

VP-Gemeindeparteiobmann Hans Zöhlig will die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen lassen: „Der Altbürgermeister wusste bereits weit vor 2014 über die Pläne der Errichtung der Rennstrecke bescheid und hat die Öffentlichkeit nicht informiert. Da muss man sich wirklich Fragen, warum er alles verschwiegen hat und warum er sich jetzt für die Rennstrecke so stark macht?“

VP-Hans Zöhling meint Ungereimtheiten zu erkennen.
privat

Bosch, 12 Jahre lang Ortschef der Marktgemeinde, legt nach: „Alles, was Zöhling dazu sagt, ist haltlos und unrichtig – es gibt keine Lärmbelästigung, ein Großteil des Grundstückes wird gar nicht verbaut! Das ist in umfassenden Studien eindeutig festgehalten“. Zöhling bleibt skeptisch: „Wenn der Altbürgermeister sagt, dass eine Rennstrecke in einer Entfernung von nur 587m vom Heilsamen Brunnen für dessen Revitalisierung kein Problem darstellt, muss man sich die Frage stellen, welche Interessen er hier vertritt und was somit die wirklichen Hintergründe der Revitalisierung sind. Ein besinnlicher Ort dürfte wohl nicht im Plan des Altbürgermeisters sein“.

Bosch poltert weiter: „Früher hatte ich mit der ÖVP Partner mit Handschlagqualitäten mit im Boot – Zöhling dagegen missbraucht demokratische Mittel zur Falschinformation“ und appelliert an die Leobersdorfer: „Lassen wir uns nicht durch Pseudopolitiker verrückt machen“.

Zöhling zeigt sich gegenüber der NÖN entsetzt: „Der Stil des Postwurfs ist wirklich unterste Schublade und ist gespickt von persönlichsten Angriffen. So etwas hätte ich dem Altbürgermeister nicht zugetraut. Absurde Aussagen reihen sich an schon wirklich skurrile Aussagen. Als Volkspartei werden wir das zu einem geeigneten Zeitpunkt beantworten, so kurz vor Weihnachten möchte ich das aber nicht weiter kommentieren“.