Kartbahn-Pläne lassen weiterhin die Wogen hoch gehen. Die Liste Zukunft reagiert verstimmt auf die Vorwürfe der Leobersdorfer ÖVP, man habe die Bevölkerung zu wenig informiert. Auch der Betreiber informierte die Bürger.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 17. Januar 2019 (04:21)
MARV GmbH
Plan der Betreiberfirma für die neue Kartbahn.

„Wir haben nachweislich so viel informiert wie noch nie zuvor“, poltert Bürgermeister Andreas Ramharter in Richtung ÖVP: „Mich stört, dass hier Menschen mit Falschaussagen manipuliert werden“. Es geht um die rund 400 Stellungnahmen zum Umwidmungsplan, nach dem ein Unternehmer neben der Autobahnraststätte eine Kartbahn mit Elektro-Karts eröffnen möchte).

„Die Stellungnahmen, die bis 19. Dezember abgegeben wurden, bestehen im Grunde aus dem vorgefertigten Formular der ÖVP – außerdem haben hier rund 100 Menschen unterschrieben, die gar nicht aus Leobersdorf sind. Uns als Gemeinde macht es nur Arbeit, diese auszusortieren“. Wann und ob die neue Kartbahn entstehen soll, ist nach wie vor offen: „Die Unterlagen liegen beim Land, wir warten auf die entsprechenden Stellungnahmen, damit diese anschließend in den Gremien behandelt werden“, fasst Ramharter zusammen.

„Antrags-Behandlung ist verdammte Pflicht“

Bei der Kartbahn handelt es sich um das Projekt eines privaten Unternehmers – die Gemeindeführung behandelt den Antrag: „Das ist unsere verdammte Pflicht, das mit aller Seriosität zu machen. Die Gemeinde befindet nicht über die Kartbahn, sondern über die Flächenwidmung, das Land entscheidet dann über das Gewerberechtsverfahren“, fasst der Ortschef zusammen.

Auch die Marv GmbH, die auch bereits die Kartbahn in Kottingbrunn betreibt, wehrt sich gegen die Vorwürfe der ÖVP: „Aufgrund der zunehmenden Diskussionen und der vielfach falschen Darlegungen, möchten wir als Projektwerber informieren: Gefahren wird mit elektrisch betriebenen Karts, die weder Lärm noch Emissionen verursachen“. Auch hätten sämtliche erforderlichen Gutachten bereits eine positive Beurteilung erhalten.

„An unserem neuen Standort rechnen wir mit etwa 100 Events jährlich, dazu etwa 10 Groß-Events, bei denen Fahrer aus ganz Europa erwartet werden, wodurch auch die Gastronomie und Beherbergungsbetriebe profitieren“, und weiter: „Wir wollen neue Maßstäbe setzen“.

Bürgermeister Ramharter: „Natürlich wird es auch Bürger geben, die keine Freude mit dem Projekt haben – man sollte aber auf Basis von Fakten entscheiden, nicht auf Lügen“.