Sammlerpassion: 30 Jahre Lampenfieber. Gerhard Vorauer sammelte jahrzehntelang diverse historische Lampen. Nun sucht er einen Abnehmer für seine Sammlung.

Von David Steiner. Erstellt am 04. Juni 2021 (05:58)
Gerhard Vorauers Faszination für Lampen ist ungebrochen. Diese elektrische Lampe lässt sich auf das frühe 20. Jahrhundert datieren.
Steiner, Steiner

„Die Nähe zur Flamme und das Heizen faszinierten mich schon als Bub“, erzählt Gerhard Vorauer. Beim Ziegenhüten im Kindesalter, damals ein Zuverdienst, saß der gebürtige Berndorfer abends oft am Lagerfeuer mit den anderen Hirten. Zum Abendessen brieten sie Erdäpfel in der Glut. Elektrisches Licht gab es auf den Feldern keines. „Es war eine Hetz‘“, erzählt Vorauer. Diese Erinnerungen müssen sich in sein Gedächtnis eingebrannt haben. Jahrzehnte später flackerten sie wieder auf.

Gerhard Vorauer hatte inzwischen in Leobersdorf eine Heimat und im Lehrberuf seine Berufung gefunden. Er unterrichtete an der Hauptschule Leobersdorf, bevorzugt Mathematik und Sport. Neben zahlreichen sportlichen und kulturellen Aktivitäten setzt er mit Ausstellungen Akzente in der Hauptschule. Im Jahre 1978 wird der damals 37-Jährige zum jüngsten Schuldirektor im Bezirk Baden bestellt.

Ein Bruchteil der Sammlung ziert dieses Regal.
Steiner, Steiner

Eine Lampenausstellung weckt seine Faszination für historische Öl- und Petroleumlampen. Er beginnt Flohmärkte zu durchstöbern, Lampen wie Wissen zu sammeln und beschädigte Sammlerstücke zu restaurieren. Auch von seinen Reisen in afrikanische Wüsten nimmt er leuchtende Souvenirs mit.

30 Jahre später gleichen seine eigenen vier Wände einem Museum. Hunderte, wenn nicht sogar über tausend Lampen zieren Regale und Vitrinen im ganzen Haus. Teile der Sammlung zählt er in Bananenschachteln. Wenn der Leobersdorfer über Lampen spricht, leuchtet kindliche Neugier in seinen Augen. Seine Liebstücke nennt er „Schmankerl“. Hinzu kommt eine Fachbibliothek mit rund sechzig einschlägigen Büchern. Doch Alter und Gesundheit bringen Einschränkungen mit sich und so sucht der 80-Jährige nun ein Abnehmer für seine Sammlung.

Gerhard Vorauers Sammlung offenbart eine unglaubliche Vielfalt an Formen, Farben und Leuchtmitteln in der Geschichte der Beleuchtung.
NOEN

„Meine Kinder wollen die Sammlung nicht, deswegen werde ich sie verkaufen“, erklärt Vorauer. Ein Experte habe sie auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschätzt. Er sei auch bereit, Teile davon abzugeben. Am meisten am Herzen läge ihm aber, dass sich jemand findet, der die Sammlung weiterführt.

Interessenten erreichen Gerhard Vorauer telefonisch unter 0664/4124866 .