Schaufel gegen BMW: Eigenes Auto im Zorn demoliert. Im Zorn hat ein 46-jähriger sein eigenes Fahrzeug mit einer Schaufel demoliert. Auslöser war ein Streit mit dem Schwiegersohn.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 26. Juni 2018 (05:05)
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„Das haben wir auch selten“, meinte Richter Hans Barwitzius, bevor er im Gerichtssaal ein Video startete. Dieses zeigt den Angeklagten, 46, wie er einen BMW mit einer Schaufel demoliert. Zuerst wird die Rückscheibe zerschlagen, dann einige Schläge auf Kofferraum und Dach, dann die Seitenfenster, die Frontscheibe, die Lichter rundherum….

Der Angeklagte wirkte von dem Video völlig unberührt und meinte nur, es war eh sein Auto.

Die Vorgeschichte erzählte er so: Er habe den BMW mit Geld seiner Frau um 5.500 Euro erworben. Da er in Privatkonkurs sei, hat er den PKW auf seinen Schwiegersohn angemeldet. Nachdem dieser einen Streit mit der Tochter hatte und sich trennte, gab es Streit um den Wagen. Die Polizei stellte klar, dass das Auto dem Schwiegersohn gehört, weil er im Zulassungsschein steht.

"Showdown" an der Tankstelle

Am 6. Februar kam es dann zum finalen „Showdown“ an der Tankstelle, wo der Schwiegersohn gerade dabei war, das Auto zu putzen. „Ich hielt an und sagte: Wenn du das Auto behalten willst, musst du es bezahlen. Er meinte nur, ich solle ihn nicht stören. Er begann mich daraufhin mit dem Handy zu filmen, weil er den Polizisten zeigen wollte, dass ich ihn belästige. Ich habe mich von ihm provozieren lassen und dann das Auto kaputt gemacht. Danach fuhr ich gleich zur Polizei, die wollten eh gerade wegen mir ausrücken“.

Der Prozess wurde vertagt, weil der Schwiegersohn – er hat sich am Tag nach dem Vorfall wieder mit der Tochter versöhnt, als Zeuge nicht erschienen ist. Außerdem steht eine Ausdehnung der Anklage im Raum, weil das Geld für das Auto möglicherweise den Gläubigern des Angeklagten zugestanden hätte.