Badener Ausstellung: Wenn die suchende Seele findet.... Zum 100. Geburtstag von Anton Wollenek läuft im Haus der Kunst Ausstellung, die am 17. Jänner weiter geht. 

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 24. Dezember 2020 (05:52)
Die Weihnachtsikone war 1994 auf einer Weihnachtsbriefmarke zu sehen.  
privat

Tiefgründig, vielfältig und berührend sind Anton Wolleneks  (1920-2009), Ikonen, die bis 23. Dezember und nach dem 3. Lockdown (19. bis 27. Jänner) im Haus der Kunst zu sehen sind. Seine Ikonen schlagen Brücken zwischen der äußeren Ästhetik und der inneren Schönheit der Motive, die sich im Auge des Betrachters entfalten, bevor sie in die Seele dringt.

Wenn man an Ikonen denkt, hat man meist die historischen, oft eher düsteren Darstellungen im Kopf. Doch Wolleneks Ikonen sind hell und erleuchten fast, sie sind modern und inspirieren die Gedanken eines gläubigen Suchenden aber auch eines reinen Suchenden. „Seine Werke sind Bilder eines Dialogs“, erklärt Gregor Wollenek, der die Ausstellung seines Vaters zusammengestellt hat.

„Mein Vater hat sich aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen in den Kriegsjahren in Osteuropa mit der Kunst der Ikonen auseinandergesetzt“, so Gregor Wollenek. 1947 begann er zeitgenössische und ökumenisch-dialogische ikonografische Darstellungen zu entwickeln. 1967 war seine erste Ausstellung im Beethovenhaus, über 80 Ausstellungen in  82 in Europa, Asien und Afrika sollten folgen.

Viele Ikonen befinden sich in Privatsammlungen und Kirchen. Ikonen gehören zu den wichtigsten Zeugen menschlicher Kultur und sind ein Prototyp für die Kunst und ihre Entwicklung. Ihre Ursprünge reichen zurück in alte Kulturen des Orients. Bis heute werden Ikonen von allen christlichen Kirchen als lebendiges Erbe ihrer eigenen Tradition und Zeichen der gemeinsamen Grundlagen des Glaubens wahrgenommen.  

Ikonen sind bildhafte Übersetzungen der Heiligen Schrift. Moderne Ikonen erweitern diesen Anspruch auf Grundlage des Glaubens, traditioneller Ikonenmalerei und ökumenischer Überzeugung und streben nach zeitgenössischer Darstellung. Die modernen sind in einer alten, selten angewandten Technik als flache Reliefe in Vollholztafeln geschnitten, vergoldet und bemalt. Damit sind diese zeitaufwendigen Reliefikonen Unikate. Die Farben werden entsprechend dem althergebrachten Symbolgehalt aufgetragen.