Traiskirchen: e-log Park steht in Startlöchern. Die e-Commerce Branche ist ein großer Gewinner der Krise. Deutsches Unternehmen zieht es nach Oeynhausen.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 19. März 2021 (03:34)
So soll der neue e-Logistikpark aussehen.
DLH Real Estate Austria GmbH, DLH Real Estate Austria GmbH

Christian Vogt ist Geschäftsführer der DLH Real Estate Austria GmbH und lebt seit 20 Jahren in Mödling.

Der gebürtige Deutsche erklärt, warum DLH sich das 35.000 m² große Grundstück in Traiskirchens Ortsteil Oeynhausen, direkt neben der Firma ABO, gesichert hat: „Für uns ist dieses Grundstück sehr interessant, weil es sich direkt neben der B17 befindet und es nur wenige hundert Meter zur Autobahn-Auffahrt der A2 sind. Unser Unternehmen baut in der Nähe von geeigneten Straßen und Metropolen wie Wien. Solche Grundstücke erwerben wir bevorzugt.“ Hier sollen vier Hallen mit einer Gesamtfläche von 19.000 m² errichtet werden, die besonders für zukünftige Nutzer im Bereich e-Commerce optimale Bedingungen aufweisen.

Das erworbene Areal war sogar einst im Besitz der Firma ABO, bevor es den privaten Besitzer wechselte. Jahrelang lag das Grundstück brach, doch das wird sich bald ändern, denn der Baustart soll bereits heuer im dritten Quartal erfolgen.

Im Moment liegt das Areal brach.
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Das Projekt trägt den Namen „e-Log Park Vienna South“, Vogt erläutert: „Das e steht für e-Commerce, der Handel im Internet und der dementsprechende Versand mit Waren sind ein großer Gewinner der Corona-Pandemie“. Doch auch schon in Vor-Coronazeiten sei zu beobachten gewesen, dass vor allem die Jugend verstärkt online einkaufe und weniger im stationären Handel. „Corona hat diesen Trend verstärkt“, sagt Vogt.

Der „e-Log Park Vienna South“ möchte aber vor allem namhaften Kunden ein logistisches Zuhause geben. Und bei der Entwicklung des Parks wird besonderes Augenmerk auf ökologische Maßnahmen und dem Erreichen von CO2-Neutralität gelegt. „Die soziale Nachhaltigkeit stellt einen wesentlichen Faktor dar“, meint Vogt. So ist es geplant, das Regenwasser in entsprechenden Speichern aufzufangen, Fahrradständer und Elektroladesäulen werden installiert, in Absprache mit der Firma ABO soll deren hausinterne Verbrennungsanlage zwecks Energiegewinnung genutzt werden.

„Wir können die überschüssige Energie von ABO mitnutzen wie eine Art Fernwärme“, bekräftigt Vogt. DLH Real Estate Austria Gmbh betreibt schon ähnliche Anlagen in Enzersdorf an der Fischa im Bezirk Bruck an der Leitha und am Flughafen Wien Schwechat.

Bestehende Parks in Enzersdorf & Schwechat

Von Enzersdorf aus wird etwa der Kunde XXL-Sports & Outdoor versorgt. Welche Kunden in Oeynhausen einziehen werden, steht noch nicht fest. „Wir haben noch nicht mit der Vermarktung begonnen“, hält Vogt fest. Für ihn ist jedenfalls klar, dass Österreich Logistikzentren wie den „e-Log Park Vienna South“ braucht, denn: „Es gibt zwar in Wien Logistikparks, aber die sind alle ziemlich veraltet. Sie sind schlecht isoliert und entsprechen nicht den heutigen ökologischen und nachhaltigen Anforderungen“, weiß Vogt. Ob es in Oeynhausen möglich sein wird, das elf Meter hohe Logistik-Gebäude mit Photovoltaik auszustatten, sei auch eine Frage der Genehmigung durch die Baubehörde, sprich die Gemeinde. Dementsprechende Gespräche sollen noch folgen.