Kanzler-Rücktritt für viele im Bezirk Baden nicht genug

ÖVP fordert sachliche Zusammenarbeit ein, Opposition will Kurz-Rückzug aus Politik.

Simon Weiß Erstellt am 13. Oktober 2021 | 04:27

Die Wellen, die der Rücktritt von Bundeskanzler Sebastian Kurz geschlagen haben, schlagen auch im Bezirk Baden auf. Carmen Jeitler-Cincelli, ÖVP-Nationalratsabgeordnete meint: „Sebastians Entscheidung für den Schritt zur Seite war richtig und ermöglicht nun eine sachliche Aufklärung. Für sein privates Umfeld ist es sicher gerade jetzt auch eine Entlastung, nicht weiter in dem Ausmaß mit Vorwürfen konfrontiert zu sein.“

Eine rasche Aufklärung der Beschuldigungen fordert auch Landtagsabgeordneter Christoph Kainz, ÖVP: „Ich erwarte mit eine rasche und lückenlose Aufklärung der Vorwürfe. Und ich erwarte mir eine sachliche Arbeit für die Bürgerinnen und Bürger, auch von den Oppositionsparteien.“

Der stellvertretende Obmann der Badener Grünen und Stadtrat Stefan Eitler ortet einen Erfolg für seine Partei: „Ich bin froh darüber, dass der Druck, der von Kogler und generell den Grünen ausgeübt wurde, scheinbar Wirkung gezeigt hat. Die ÖVP wird sich in Zukunft wahrscheinlich gut überlegen, wie sie mit ihm umgehen wird.“

Kurz muss Platz machen für tatsächlichen Neustart

Dem entgegen findet Andreas Kollross (SPÖ), Bürgermeister von Trumau, Bezirksparteichef und Nationalratsabgeordneter, härtere Worte: „Kurz ist in der Politik, egal in welcher Funktion, absolut untragbar und sollte so rasch als möglich Platz für einen tatsächlichen Neustart machen.“ Traiskirchens SPÖ-Bürgermeister Andreas Babler findet die Situation nach wie vor „ziemliche instabil. Es bleibt abzuwarten, wer noch von der politischen Bühne geht. Alle als beschuldigt geführten Personen sind noch nicht zurückgetreten, die ÖVP ist als gesamte Partei beschädigt“.

Dem schließt sich Helmut Hofer-Gruber (NEOS), Gemeinderatsmitglied in Baden und Abgeordneter zum niederösterreichischen Landtag, an: „Ich denke, dass es mit dem Rücktritt des Herrn Kurz als Bundeskanzler nicht getan ist. Er sollte sich gänzlich aus der Politik zurückziehen.“

Seitens der FPÖ Traiskirchen sagt Stadtrat Anton Lojowski: „Das ist weder ein Schritt zur Seite noch ein Rückzug, eigentlich ändert sich nur formal etwas. Als Klubobmann übt er nach wie vor großen Einfluss aus.“

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